M I S S I O N entwickeln, nicht als reinen Fleischer satz verstanden wissen. Es geht ihnen vielmehr um die Zukunft der Ernährung an sich – oder um die Ernährung der Zukunft: Lebensmittel, die schnell, kos tengünstig und nachhaltig überall auf der Welt produziert werden können, da, wo man sie benötigt. Und deren Her stellung kaum Platz, Wasser und An baufläche benötigt. Zudem können sie an die Essgewohnheiten jeder Kultur angepasst werden. Kurz: das Superfood schlechthin. „Wir wollen die Welt verändern“ Mazen Rizk sitzt am langen Esstisch der Versuchsküche von Infinite Roots im Hamburger Stadtteil BarmbekSüd. Hier werden Rezepte entwickelt, hier wird mit Partnern und potenziellen Investoren gekocht und gegessen – selbstverständlich immer auf Myzel Basis. Felipe Andres Troncosco Castro, von Beruf „Culinary Head Chef“ bei Infinite Roots, räumt noch schnell et was zusammen und wischt über die Oberflächen. Wenn man die moderne, gleichzeitig gemütliche und stylische Küche sieht – graue Kacheln, Tisch platten aus hellem Holz, tiefhängende Lampen aus Metall, schönes Licht – und die Fotos der kulinarisch ambitionier ten Speisen, die Castro aus MyzelPro dukten entwickelt, denkt man keinen Moment lang an Biotechnologie, die ja bei Infinite Roots hinter allem steckt, sondern an Genuss und Freude am Es sen. Die ersten zwei Sätze, die einem auf der Website von Infinite Roots ins Auge springen, sind: „Wir wollen kein teures Nischenprodukt. Wir wollen die Welt verändern.“ Im Gespräch mit Ma zen Rizk wird schnell klar, dass das nicht Unsichtbar unter der Erde entwickeln Pilze ein großes Wurzelgeflecht 3 3 W Wenn Mazen Rizk über die Welt der My zele spricht, klingt das manchmal wie ein Abenteuerroman: „Das ist ein riesi ges Reich, das noch kaum erforscht ist.“ Myzele sind so etwas wie die Wurzeln der Pilze, ein unterirdisches, weit ver zweigtes, fadenartiges Geflecht. Streng genommen sind diese Fäden sogar der eigentliche Pilz. Die kleinen Knubbel, die wir oberhalb der Erde sehen, sam meln und essen, sind die Fruchtkörper und damit nur ein bescheidener Teil des riesigen Reichs, dessen Erforschung sich der Mikrobiologe Mazen Rizk mit seiner Firma Infinite Roots widmet. My zele bilden die Grundlage der moder nen Nahrungsmittelalternativen, die Infinite Roots entwickelt – „gesund, nachhaltig und schmackhaft“, wie Rizk versichert. Und ja: Die Wurzeln seiner Forschung liegen an der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Das erste Produkt, das Infinite Roots Anfang des Jahres auf den Markt gebracht hat, heißt „MushRoots“, es sind Frikadellen, Hack und Burgerpat ties auf Pilzbasis. Im Supermarkt lie gen sie bei den Fleischersatzprodukten. Trotz dieser Platzierung will Rizk die Nahrungsmittel, die er und sein Team