PfEn – Energetische Nutzung von Pferdemist

(Teil-)Projektleitung/Mitarbeit: Dipl.-Ing. Saskia Oldenburg

Auftraggeber/Fördergeber: Crowdfunding
Projektpartner: -
Projektumfang: 3 Wissenschaftlermonate
Laufzeit: -

Aufgrund der Subventionierung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurden bisher insbesondere nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo) und Gülle in Biogasanlagen eingesetzt. Die Anlagentechnik ist daher für die Nutzung dieser Rohstoffe speziell entwickelt. Im Zuge der Diskussion über die zunehmende Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion sowie der Kritik an den dominierenden Monokulturen durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe wie Mais, stehen organische Reststoffe als (Co-)Substrate im Fokus der Forschung und Entwicklung. Die direkte Nutzung der bestehenden Anlagentechnik für diese Substrate ist jedoch nicht uneingeschränkt möglich. So existieren zum Beispiel weltweit nur zwei Biogasanlagen, welche bis zu 80% Pferdemist als Inputsubstrat nutzen und beide sind mit großen Problemen in der Prozessbiologie behaftet. Die kontinuierlich ansteigenden Substratmengen an Pferdemist bieten jedoch ein bisher kaum beachtetes energetisches Potenzial. Während vor zwanzig Jahren nur wenige Personen ein Pferd besaßen, waren es im Jahr 2010 deutschlandweit rund 900.000 Pferde. Gleichzeitig tritt vor allem in Ballungsräumen die kostenintensive Entsorgung von Pferdemist in den Vordergrund, da landwirtschaftliche Flächen zur Ausbringung nur begrenzt zur Verfügung stehen.

Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist daher die Entwicklung eines Aufbereitungskonzeptes für Pferdemist, welches die (Co-)Vergärung in einer konventionellen Biogasanlage ermöglicht. So wird es möglich, den Pferdemist direkt in die Biogasanlage einzubringen, ohne dass die Fermentertechnik kostenintensiv angepasst werden muss. Das Konzept soll im Rahmen des Projekts im Technikumsmaßstab (Pilotanlage) erprobt werden.
Zusätzlich wird ein Folgeprojekt beantragt, welches die weitergehende wissenschaftliche Begleitung der Praxisanlage sichert. Nach erfolgreichem Abschluss des Projektes wird die Anlage im Pilotmaßstab errichtet und im realen Betrieb getestet. Bereits jetzt besteht Interesse, von Biogasanlagenbetreibern eine praktische Pilotanlage zu realisieren. Daher ist der Bau der Aufbereitungsanlage im Praxismaßstab gesichert, wenn die Versuche im Technikumsmaßstab zufriedenstellende Ergebnisse zeigen.

Weitere Informationen unter: http://www.sciencestarter.de/pfen