Betreuung von Abschlussarbeiten

An unserem Institut betreuen wir sowohl Bachelor- als auch Masterarbeiten zu den Bereichen des strategischen und internationalen Managements. Wir haben nachstehend die generellen Themenfelder genannt, die für Abschlussarbeiten in Frage kommen und darüber hinaus noch einige Konkretisierungen hierzu aufgeführt. Die Konkretisierung der genauen Themenstellung erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrer/Ihrem jeweiligen Betreuer(in). Wir setzen hierbei die Bereitschaft voraus, sich vertieft in das jeweilige Forschungsfeld einzuarbeiten, insbesondere wenn Sie keine entsprechende Vertiefung, wie z.B. im IWI, belegt haben. Sie können zu jedem Zeitpunkt des Semesters mit Ihrer Arbeit beginnen. Die „Onboarding-Phase“ der gemeinsamen Konkretisierung eines Themas soll nach maximal 6 Wochen abgeschlossen sein, so dass die Arbeit danach angemeldet werden kann. Weitergehende Hinweise und formale Informationen finden Sie in unseren Richtlinien (unter Downloads).

Hinweise zur Bewerbung

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungen rechtzeitig vor dem gewünschten Starttermin an Lydia Schuster . Bitte fügen Sie hierzu Ihren Lebenslauf, Ihr Transcript of Records, den geplanten Starttermin (z.B. 01.07.20) und eine Präferenz hinsichtlich des Themenfeldes bei. Wir werden mit Ihnen dann innerhalb von maximal 6 Wochen ein Thema konkretisieren.

Forschungsbereiche

Innerhalb der nachfolgend beschriebenen Themenfelder werden derzeit Abschlussarbeiten vergeben.

Strategisches Management

Auf welches strategische Repertoire können Unternehmen zurückgreifen, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen? Welche Einflussfaktoren sind bei der Strategiewahl zu beachten? Welche Bedeutung besitzen hier organisationale Fähigkeiten und Industriestrukturen? Welche Bedeutung besitzen moderne Technologien (Digitalisierung) zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen? Welche Wirkungen erzeugen KI und Algorithmen auf strategischer Ebene für Unternehmen? Wie kann man organisationale Kreativität fördern? Wie erkennen und kreieren Unternehmen strategische Chancen? Wie reagieren Unternehmen auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen und welche Auswirkungen haben diese ‚grand challenges‘ auf die Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle der Unternehmen?

Strategische Prozesse

Wie kommen Unternehmensstrategien zustande? Kann man alles planen? Welche Rolle besitzt das Top Managements und das Mittleren Managements im Rahmen der Strategieentwicklung? Welche Bedeutung kommt hier Unternehmensberatern zu? Wie können sich Unternehmen strategisch an die Digitalisierung anpassen? Inwieweit können digitale Geschäftsmodelle zu einem strategischen „Lock-in“ führen, der strategische Flexibilität reduziert? Wie kann man einen strategischen Wandel gestalten? Wovon hängt ein erfolgreicher strategischer Wandel ab?

Internationale Strategien

Welche Einflussfaktoren bestimmen die Wahl erfolgreicher internationaler Markteintrittsstrategien? Welche Auswirkungen besitzt die Digitalisierung auf die Globalisierung von Unternehmen? Welche Rolle spielen unterschiedliche gesellschaftliche Institutionen von Ländern für nationale KI-Strategien und den Erfolg von nationalen KI-Innovationen?

Beispielhaft konkretisierte Themenfelder

Digitale Transformation & Strategie (Lydia Schuster)

Kaum ein Thema ist derzeit in der Wirtschaft so omnipräsent und zieht so viele Herausforderungen und Chancen für Unternehmen nach sich wie die digitale Transformation (Porter & Heppelmann 2014; Downes & Nunes 2013; Lucas & Goh 2009; Matt et al. 2015). Um diesen adäquat zu begegnen, entwickeln und führen Unternehmen z.B. sogenannte digitale Transformationsstrategien ein (Dremel et al. 2017; Stockhinger & Teubner 2018), starten Digitalisierungsprogramme und implementieren neue Managementrollen, wie die eines Chief Digital Officers (Lee et al. 2014; Singh & Hess 2017).

Innerhalb dieses Forschungsbereichs untersuchen wir die Digitalisierungsprozesse von Organisationen, insbesondere deren Strukturen, Rollen und Strategien sowie Chancen und Risiken, primär ermöglicht durch die neuen IoT-Technologien. Ziel dieses Forschungsbereiches ist es, sowohl bestehende Managementpraxis zu hinterfragen als auch neue Ansätze zu finden.  

 

Big Data & Analytics (Pauline Reinecke)

Big Data und Analytics (BDA) beschreibt die steigende Menge an Daten, die im Zuge der Digitalisierung entstehen, und die leistungsfähigen Analysemethoden, um diese auszuwerten und nutzbar zu machen. Frühe Veröffentlichungen von Davenport (2006: 3) und später McAfee und Brynjolfsson (2012: 62) adressieren die Wettbewerbseffekte von BDA. Infolgedessen entsteht in der Forschung zu BDA ein Konsens darüber, dass die Verwendung von BDA die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Ein Großteil dieser Debatte beruht jedoch auf vereinfachten und optimistischen Vorstellungen (Caesarius & Hohenthal 2018: 130). Bis heute fehlen vertiefende Studien zu den strategischen Konsequenzen von BDA, da ein Großteil der Studien die technologische Funktionalität von BDA (Günther et al. 2017: 200) zur Lösung operativer Probleme fokussiert (Grover et al. 2020: 272). Wichtige Fragen, die sich hieraus ergeben und derzeit noch unbeantwortet bleiben, sind z.B. die folgenden: Wie kann BDA etablierte Wettbewerbsvorteile unterstützen und/oder neue Wettbewerbsvorteile schaffen? Welche Risiken bestehen, wenn sich durch ähnliche BDA-Strategien und steigender Effizienz der Wettbewerb zunehmend in Richtung ‚Preis‘ verschiebt? Wie kann BDA zu disruptiven Geschäftsmodellinnovationen führen? Welche Risiken entstehen, wenn sich durch die Replizierung von technologischen best practices Geschäftsmodelle angleichen? Wie trägt der öffentliche Diskurs zu der positiven Darstellung und den überzogenen Erwartungen an BDA bei? Welche Wirkung kann ein solcher Diskurs auf Strategieentwicklungsprozesse haben?

Nachhaltigkeitsstrategien in Globalisierung und Digitalisierung im Vergleich (Dr. Stephanie Schrage)

Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung bringen nicht nur Chancen für Unternehmen mit sich, sondern kommen auch mit Herausforderungen. Eine solche Herausforderung sind Regulierungslücken in globalen und digitalen Sphären, mit denen Unternehmen umgehen müssen. Vor allem multinationale Unternehmen (MNU) haben wirtschaftliche Macht, die denen von Staaten gleicht, und können Einfluss auf Regulierungslücken nehmen (Scherer & Palazzo, 2011). In Rahmen von Globalisierung und Digitalisierung werden Nachhaltigkeitsstrategien daher immer wichtiger, da mithilfe dieser Unternehmen nicht nur Regulierungslücken ausnutzen und kreieren, sondern auch zum Vorteil ihrer Stakeholder adressieren und schließen können (Schrage & Gilbert, 2019). Während die Nachhaltigkeitsstrategien vieler MNU in globalen Lieferketten schon gut erprobt und etabliert sind, ist das Thema der Nachhaltigkeit im digitalen Raum noch in der frühen Entwicklung. Hier spielen z.B. Themen wie Datenschutz, ethischer Einsatz von künstlicher Intelligenz, soziale Arbeitsbedingungen in Plattformgeschäftsmodellen oder Fake News eine Rolle (Flyverbom et al., 2018; West, 2019; Zuboff, 2015). Ziel einer Abschlussarbeit zu diesem Thema ist ein Vergleich unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien zu Globalisierung und Digitalisierung. Wo überlappen sich Strategien, wo unterscheiden sie sich und was können die Themenbereiche voneinander lernen? Ein solcher Vergleich baut einerseits auf fundierter Analyse der Literatur zur unternehmerischen Verantwortung und Strategie in Globalisierung Digitalisierung auf, andererseits kann er empirisch fundiert sein. Eine solche empirische Analyse könnte z.B. durch Dokumentenanalyse von Nachhaltigkeitsberichten oder durch qualitative Interviews mit mehreren oder einem spezifischen Unternehmen erfolgen.

Innerhalb dieses Themenbereichs sind viele andere, spezialisiertere Themen, die auf Nachhaltigkeit in Bezug auf Globalisierung oder Digitalisierung abzielen, denkbar und könnten individuell abgestimmt werden.