
Persönliche Angaben:
Nachname, Vorname: Ponnappadas Santhini, Paramesh
Nationalität: Indisch
Stadt, Land: Hamburg, Deutschland
Studiengang/Abschluss: Masters degree Information and Communication Systems
Abschlussjahr: 2017
Arbeitgeber: Lufthansa Systems
Position: Senior Business Analyst/Agility Master
Echtes Wachstum steckt oft im Scheitern und Neuanfang
Herr Santhini, was hat Sie dazu inspiriert, dieses Fachgebiet an der TU Hamburg zu studieren?
Ehrlich gesagt war es zunächst reine Neugier, die mich angetrieben hat. Da ich nicht in einem ingenieurwissenschaftlichen Umfeld aufgewachsen bin, war dieser Weg für mich nicht vorgezeichnet. Schon immer war ich fasziniert davon, wie Technologie dazu eingesetzt werden kann, konkrete und reale Probleme zu lösen. Nach meinem Bachelor-Abschluss in Elektronik und Kommunikationstechnik in Indien entschied ich mich für das "Masters degree Information and Communication Systems" an der TUHH, da dieses meinen akademischen Interessen und langfristigen Zielen sehr nahekam. Ich wollte mein Verständnis dafür vertiefen, wie komplexe Systeme entworfen, optimiert und gesichert werden. Besonders beeindruckt hat mich der starke Fokus der TU Hamburg darauf, theoretische Grundlagen mit praktischer Anwendung zu verbinden. Die Möglichkeit, an realen Forschungsherausforderungen und industrieorientierten Projekten mitzuwirken, machte das Programm für mich besonders attraktiv. Ich suchte eine Universität, die eine fundierte technische Ausbildung mit einem ausgeprägten Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung vereint – und genau dieses Umfeld fand ich an der TU Hamburg.
Wie würden Sie die TU Hamburg mit drei Worten beschreiben?
Herausfordernd. Motivierend. Ergebnisorientiert.
Gab es während Ihrer Zeit an der TU Hamburg ein besonders unvergessliches Erlebnis?
An der TU Hamburg habe ich nicht nur gelernt, wie man erfolgreich ist, sondern auch, wie man scheitert und neu anfängt. Einige Projekte verliefen nicht wie geplant. Ich musste mich mit meinen eigenen Missverständnissen auseinandersetzen und von Grund auf neu anfangen. Ich erinnere mich noch gut an die langen Nächte in den Studienräumen, erschöpft und frustriert. Aber diese Momente haben mich mehr geprägt als jeder leicht errungene Erfolg. Sie haben mir Resilienz beigebracht und mir gezeigt, dass echtes Wachstum oft im Scheitern steckt. Das i-Tüpfelchen meiner Master-Zeit war die Verleihung des DAAD-Preises. Das war mehr als nur eine Anerkennung meiner Leistung. Es fühlte sich an wie eine Bestätigung für jede lange Nacht, jeden Zweifel, jeden Neuanfang.
Was haben Sie nach Ihrem Studium gemacht und was machen Sie heute beruflich?
Nach meinem Abschluss wollte ich meine Komfortzone verlassen. Ich begann meine Karriere als Business Analyst und arbeitete an digitalen Handelsfinanzierungslösungen. Diese Tätigkeit stärkte zwar meine analytischen und technischen Fähigkeiten, aber mir wurde allmählich klar, dass ich meine Arbeit stärker an meinen persönlichen Interessen ausrichten und eine größere Wirkung erzielen wollte. Diese Erkenntnis führte mich zu Lufthansa Systems. Mein Team und ich sind für funktionale Datenschnittstellen und Themen der Luft-Boden-Kommunikation verantwortlich und sorgen für einen nahtlosen Informationsaustausch, der einen sicheren, effizienten und nachhaltigeren Flugbetrieb für das Produkt LIDO unterstützt. Zu meinen Aufgaben gehören die Leitung von Kunden-Onboarding-Workshops/Produktschulungen sowie die Durchführung von Geschäftsanalysen, um die Standards der Fluggesellschaften und die Erwartungen der Kunden zu erfassen und in klare Produktanforderungen umzusetzen.
Welche Innovationen oder Entwicklungen haben Sie in Ihrem Unternehmen vorangetrieben? Und was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?
Ich habe mich freiwillig bereit erklärt, zusätzlich die Rolle des Agility Masters für mein Team zu übernehmen, um die Zusammenarbeit zu stärken und die Qualität unserer Ergebnisse zu verbessern. In dieser Funktion unterstütze ich die kontinuierliche Verbesserung und sorge dafür, dass das Team stets gut abgestimmt und flexibel bleibt. Am meisten gefällt mir an meiner Arbeit die Zusammenarbeit mit einem hochprofessionellen, einfühlsamen und internationalen Team. Die Zusammenarbeit mit kompetenten, hilfsbereiten und engagierten Menschen macht diese Erfahrung sowohl lohnend als auch sinnvoll.
Sie haben vor neun Jahren Ihren Abschluss an der TU Hamburg gemacht. Welche Vorteile sehen Sie darin, Teil des Alumni-Netzwerks der TU Hamburg zu sein?
Durch die Zugehörigkeit zum Alumni-Netzwerk der TU Hamburg bin ich wieder mit dem Ort verbunden, an dem sowohl meine berufliche als auch meine persönliche Reise begonnen hat. Durch das Alumni Netzwerk der TU Hamburg hatte ich bislang die Möglichkeit, an verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen, bei denen ich wieder mit Mentorinnen und Mentoren aus meiner Studienzeit in Kontakt kam. Diese Treffen haben es mir auch ermöglicht, Studierende kennenzulernen, die einen ähnlichen Weg eingeschlagen haben, wie ich. Dies hat mir die Möglichkeit gegeben, Menschen zu beraten und zu unterstützen, die nach ihrem Weg für die Zukunft suchen. Es ist sehr bewegend und inspirierend zu sehen, wie sich meine Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen zu erfolgreichen Forscherinnen und Forschern, Unternehmerinnen und Unternehmern und Führungskräften entwickelt haben, die weltweit tätig sind.
Wenn Sie einem allwissenden Forscher aus der Zukunft eine Frage stellen könnten, welche wäre das?
Ich würde fragen: Welcher Durchbruch wird die bedeutendsten positiven Auswirkungen auf die Menschheit haben, und welche Maßnahmen sollten wir heute ergreifen, um seine Entwicklung zu beschleunigen?
Wenn Sie Präsident der TU Hamburg wären
... würde ich mich stärker darauf konzentrieren, Studierende zu befähigen, Initiativen mit gesellschaftlicher Wirkung zu ergreifen. Ich würde Programme einführen, die Mentoring, Ressourcen und sichere Räume zum Experimentieren bieten – sei es in der Forschung, im Unternehmertum oder in Gemeinschaftsprojekten. Das Ziel wäre es, strukturelle Barrieren zu beseitigen und den Studierenden das Selbstvertrauen zu geben, Dinge auszuprobieren, zu scheitern und daraus zu lernen.