Spektrum April 1999

1 Vorwort
   
 
FORSCHUNG
 
4 Konstruktionstechnik - Fluidtechnik & CAD-Entwicklung
6 Meeresforschungstechnik - Innovative Lösungen
8 Städtebau - Harburg 21
10 Kunststoffe & Verbundwerkstoffe - Kunststoffe nach Maß
12 Apparatebau - Abwasser auf Schiffen
14 Elektrotechnik - Abgasanalysesystem
 
REPORT
 
16 4. Bauabschnitt: Lindwurm, Torte und Co.
17 Berkeley - Diplom in Kalifornien
22 Pittsburgh - PCs von gestern, Bibliotheken von heute
 
TU-INTERN
 
18 Interview mit Christian Nedeß - Fördern und Fordern
 
20 PRÄSIDENTEN & PROFS
23 MELDUNGEN
26 TERMINE

 

Impressum

Herausgeber: Präsident der Technischen Universität Hamburg-Harburg,
Redaktion: Ingrid Holst (ih), Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller,
                  Matthias Wendt (mw), Tel.: (040) 42878-3458,
Gestaltung: Bettina Kaiser, Formlabor,
Fotos: Roman Jupitz,
Titelgestaltung: Bettina Kaiser,
Druck: Schüthe Druck,
Anzeigen: Slaby-Agentur, Tel.: (040) 768 50 35,
Erscheinungsdatum: April 1999,
Namentlich gekennzeichnete Artikel erscheinen in Verantwortung der Autoren. Technische Universität Hamburg-Harburg, 21071 Hamburg

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

alles neu macht der Mai? Für die TUHH gilt: Alles neu macht der April. Schon die Titelseite des SPEKTRUM zeigt eine wesentliche Veränderung: den neuen Gebäudekomplex der TUHH (siehe hier). Mit großer Geduld der Anwohner und wider alle Schwierigkeiten konnte pünktlich zum Semesterbeginn der Lehrbetrieb im neuen Audimax und den Seminarräumen aufgenommen werden. „Langer Jammer”, „Torten- oder Käsestück” sind sicherlich nicht die letzten Bezeichnungen, die kursieren. Mit diesen Gebäuden eröffnen sich uns, aber auch unseren Partnern, neue Chancen. Ein modernes Kongreßzentrum mit multimedialer Infrastruktur wird nicht nur Tagungsort für internationale Kongresse sein. Absolventenfeiern und Sommerkonzerte sind bereits in der Diskussion.

Neue Ideen sind willkommen, auch dem Präsidenten. Prof. Dr.-Ing. Christian Nedeß, der sein Amt am 1. April 1999 angetreten hat, ging gleich in medias res (Interview hier). Erstmals seit Bestehen der TUHH will er mit zwei Vizepräsidenten (Prof. Dr. Wolfgang Bauhofer und Prof. Dr.-Ing. Joachim Werther, siehe hier) für die Kernaufgaben Forschung und Lehre die Hochschule weiter erfolgreich führen. Eine zentrale Aufgabe wird die Gestaltung des Generationswechsels an der TUHH sein: „Fördern und Fordern” lautet ein Motto von Prof. Nedeß.

Gar nicht neu: Wie immer möchte das SPEKTRUM nicht nur informativ und unterhaltsam sein, sondern in obigem Sinne dazu beitragen, daß Lernende wie Lehrende, MitarbeiterIinnen und HarburgerInnen sich als Teil der TUHH begreifen und den Kontakt zueinander suchen. Diese Ausgabe enthält Beiträge zur Forschung an der TUHH, Portraits „wichtiger Köpfe” und Meldungen aus der Harburger Ingenieur-Schmiede.

Viel Vergnügen mit dem SPEKTRUM
Die Redaktion

Fluidtechnik & CAD-Entwicklung

Themen aus dem Arbeitsbereich Konstruktionstechnik 1

Vor wenigen Tagen hatte der AB Konstruktionstechnik 1 einen wichtigen Termin: der Industriearbeitskreis des BMWi/AiF-geförderten und von der Deutschen Gesellschaft für Mineralöl und Kohle e. V. (DGMK) koordinierten Forschungsprojekts „Mechanische Prüfung von Hydraulikflüssigkeiten” tagte in der TUHH, um den Startschuß für den zweiten Teil des Projekts zu geben und die Inbetriebnahme des Verschleißprüfstands zu beobachten. Der Prüfstand ist das Ergebnis des ersten Projektabschnitts, er wurde im Arbeitsbereich konzipiert und in seinen mechanischen, elektrischen, elektronischen und informationstechnischen Komponenten ausgelegt, um dann in den Werkstätten der TU gefertigt und im Arbeitsbereich zusammengebaut zu werden. Das engagierte Zusammenwirken aller am Bau beteiligten Bereiche war Anlaß zu einer kleinen Einweihungsparty, an der auch Mitglieder des Arbeitskreises teilnahmen.

Zum Projekt: es wurde vor drei Jahren begonnen und wird bis Ende 2000 abgeschlossen sein. Das Projekt hat zum Ziel, ein Testverfahren zu entwickeln und die Testmaschine zu konstruieren, die erforderlich sind, um die Schmierfähigkeit der unterschiedlichen Typen von Hydraulikflüssigkeiten zu untersuchen und Flüssigkeiten für die Anwendung zu qualifizieren. Das neue Verfahren soll existierende Prüfverfahren ersetzen bzw. ergänzen, bei erfolgreichem Abschluß des grundlagenorientierten Projekts ist mit der Normung des Verfahrens zu rechnen. Der Kern des Verfahrens wurde zum Patent angemeldet, der erteilte Prüfungsbescheid war positiv. Für die Projektbearbeitung wurden bisher Drittmittel in Höhe von DM 800.000,-- eingeworben, davon DM 580.000,-- Personalmittel für Wissenschaftler, Techniker und studentische Hilfskräfte und DM 220.000,-- für Sachmittel (Testeinrichtung).

Axialkolbenpumpe mit Keramikbauteilen

Keramik in der Fluidtechnik
Ein zweites Forschungsprojekt mit großer Breitenwirkung hat zum Ziel, den Werkstoff Keramik im Maschinenbau der Fluidtechnik einzuführen. In einem ersten Vorhaben wurde die Funktionsgruppe Lagerplatte-Ventilplatte einer Axialkolbenmaschine in verschiedenen keramischen Werkstoffen ausgeführt (s. Bild), darunter das vom Arbeitsbereich Technische Keramik entwickelte reaktionsgebundene Aluminiumoxid (RBAO). Die erfolgreiche Kooperation von zwei Hochschulinstituten und zwei Industrieunternehmen, dem Keramikhersteller CeramTec und dem Hydraulikhersteller SauerSundstrand, soll nun in einem weiteren Vorhaben mit einer größeren Zahl von Unternehmen der Fluidtechnikbranche und der Keramikbranche fortgesetzt werden. Am Beispiel unterschiedlicher Bauteile sollen durch den Arbeitsbereich Konstruktionstechnik 1 die Vorzüge des Werkstoffs Keramik, insbesondere im Vergleich zu Buntmetallen, gezeigt und Auslegungsverfahren, Testverfahren und Gestaltungsregeln weiterentwickelt werden. Neuartige Werkstoffe und die zugehörigen Prozesse zur Herstellung von Teilen im Industriemaßstab sind das Thema des Arbeitsbereichs Technische Keramik in diesem Vorhaben. Mehrere Gespräche beim BMBF über das geplante Vorhaben und die Absicht der Fachgemeinschaft Fluidtechnik des VDMA, das Projekt massiv mitzufinanzieren, lassen uns davon ausgehen, daß mit der Forschungsarbeit Mitte des Jahres begonnen werden kann. Von dem voraussichtlichen Finanzvolumen von DM 4 Mio. werden dann etwa DM 1,5 Mio. an die TUHH fließen.

Der Arbeitsbereich und seine Einbindung in die Struktur der TUHH
Der Arbeitsbereich Konstruktionstechnik I ist Teil des Forschungsschwerpunkts 5 – Werkstoffe-Konstruktion-Fertigung. Er wurde 1982 als eines der ersten Institute der TUHH eingerichtet und vom derzeitigen Leiter, Prof. Dr.-Ing. D. G. Feldmann, aufgebaut. Der Arbeitsbereich ist in der Lehre des Grundstudiums Maschinenbau mit der Lehrveranstaltung Maschinenelemente und Grundoperationen der Fertigungstechnik (gemeinsame Lehrveranstaltung mehrerer Kollegen) und in der Lehre des Hauptstudiums mit den Lehrveranstaltungen Rechneranwendung in Entwicklung und Konstruktion, Hydrodynamische und hydrostatische Getriebe und Produktplanung und -entwicklung vertreten. Prof. Feldmann und seine Mitarbeiter halten engen Kontakt zu Industrieunternehmen, hieraus ist eine beachtliche Zahl von Kooperationsprojekten erwachsen. Der Pflege und dem Ausbau dieser Kooperationen dient die Mitarbeit im Berliner Kreis, im Hamburger Gesprächskreis Produktion, im Forschungsfond Fluidtechnik des VDMA und, in der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Maschinenelemente und Konstruktionsforschung.

Forschungsschwerpunkte des Arbeitsbereichs
Die Forschungsarbeiten des Arbeitsbereichs sind den Gebieten Rechnereinsatz zur Unterstützung der Projektierungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsarbeit und Antriebstechnik mit Schwerpunkt auf fluidischen Systemen zuzuordnen. Sie werden aus Haushaltsmitteln und zu mehr als 50% aus Drittmitteln (AiF, DFG und Firmenmittel) finanziert. Auf dem Forschungsgebiet Rechnerunterstützung wurden und werden auf der einen Seite grundlegende Fragestellungen zu CAD untersucht, zum anderen werden Grundlagen für Werkzeuge zur allgemeinen und zur anwendungsspezifischen Unterstützung der technischen Aufgabenbearbeitung erforscht und solche Werkzeuge prototypisch realisiert. Zur Zeit wird an folgenden Projekten gearbeitet:

– CAD-gerechte Erfassung von technischen Zeichnungen durch
   Erkennung und Auswertung von Bemaßungen,
– Automatische Klassifikation von technischen Zeichnungen durch
   Feature-Erkennung,
– Qualitätsverbesserung in der Produktentwicklung durch Nutzung von
   Erfahrungswissen,
– Bauteilübergreifende Maß-, Form- und Lagetoleranzanalyse,
– Projektierung fluidischer Systeme auf der Basis von Produktmodellen
– Qualitätskennzahlen in der Entwicklung und Konstruktion im
   Flugzeugbau und
– Konstruktionssystem für hydraulische Steuerblöcke.

Die Arbeiten auf dem Forschungsgebiet Antriebstechnik lassen sich der Thematik Zuverlässigkeit, Verschleiß, Lebensdauer und Umweltverträglichkeit zuordnen. Sie konzentrieren sich einmal auf grundlegende Untersuchungen zur Wechselwirkung von Hydraulikflüssigkeit und Komponenten des hydrostatischen Systems, zum anderen wird – für die Fluidtechnik neu – die Möglichkeit und das Potential des Einsatzes von Keramik für tribologisch hoch beanspruchte Bauteile untersucht. Energieeinsparung, Reduzierung des Bauaufwands und Optimierung des Betriebsverhaltens ist das Thema eines weiteren Projekts, das sich mit Antrieben kleiner Leistung befaßt. Die Projekte im einzelnen sind:

– Umweltverträgliche Hydraulikflüssigkeiten für Schiffsdeck-Maschinen,
– Untersuchung von biologisch schnell abbaubaren und nicht toxischen
   Flüssigkeiten in hydrostatischen Getrieben,
– Mechanische Prüfung von Hydraulikflüssigkeiten,
– Linearantriebe kleiner Leistung,
– Entwicklung mechanisch hoch beanspruchter Keramikbauteile.

Ausstattung des Arbeitsbereichs
Der Arbeitsbereich betreibt ein CAD-Labor und ein Antriebstechniklabor. Das CAD-Labor ist mit sechs Konstruktionsarbeitsplätzen ausgestattet. Es werden mehrere CAD- Systeme und periphere Werkzeuge eingesetzt: SolidDesigner, ME10, Soli-dEdge, SolidWorks, Marc/ Mentat und Matlab/Simulink. Im Rahmen eines der Forschungsprojekte wird der ACIS-Modellierer von Spatial Technology genutzt. Im Antriebstechniklabor stehen vier universell einsetzbare Prüfstände großer Leistung für Kurzzeit- und Dauerlaufversuche zur Verfügung. Ein Prüfstand für die Untersuchung von Antrieben kleiner Leistung ergänzt die Ausstattung. Zum Laborbereich gehören außerdem weitere Prüfstände für Sonderaufgaben sowie ein Schallmeßraum. Drei der Universalprüfstände werden im folgenden näher beschrieben. Der Schwungradprüfstand wird für Dauerlauftests von hydrostatischen Getrieben zu Lebensdauer-, Verschleiß und Zuverlässigkeitsuntersuchungen eingesetzt, bei denen eine zyklische Belastung mit Drehrichtungswechsel für den Abtrieb (konstante Drehzahl und Drehrichtung am Antrieb) realisiert werden soll. Nachgebildet wird hier die typische Belastungsart für Mobilgetriebe. Die zur Verfügung stehende Leistung beträgt 140 kW. Auf dem Prüfstand wurden Qualifizierungstests für neuartige, u.a. biologisch schnell abbaubare Druckflüssigkeiten durchgeführt. Auf dem Verspannungsprüfstand werden Dauerlauftests von Getrieben unter im wesentlichen stationären Betriebsbedingungen durchgeführt. Der Prüfstand wird von einem drehzahl- oder drehmomentgeregelten Asynchronmotor (45 kW, 7000 min-1) angetrieben, es kann kontinuierlich eine Prüfleistung von bis zu 200 kW gefahren werden. Der Prüfstand wird zur Zeit zur Untersuchung der Lebensdauer, Zuverlässigkeit und des Verschleißverhaltens hydrostatischer Getriebe verwendet, die mit Bauteilen aus neuartigen Werkstoffen (Keramik) ausgerüstet sind.

Der Schallmeßraum zur Untersuchung der Schallemission von Aggregaten, insbesondere von Antriebskomponenten, hat folgende technische Daten:

– Meßraum 6m x 4m x 3m (Länge x Breite x Höhe)= 72 m3 Volumen
   für Schalldruckpegel- und Schalleistungsmessungen nach DIN 45635,
   Genauigkeitsklasse 2.

Technologietransfer in und Kooperationsangebote an die Industrie
– Begleitung von CAD-Teams in Unternehmen bei der Auswahl und
   Einführung von CAD.
– Durchführung von Workshops zu den Themen DV-Integration,
   3D-CAD und Zeichnungsverwaltung.
– Unterstützung von Unternehmen bei der Lösung antriebstechnischer
   Problemstellungen durch allgemeine Information und Lösung
   konkreter Aufgabenstellungen.
– Durchführung von Prüfläufen zur Untersuchung von
   Hydraulikflüssigkeiten oder Komponenten der Hydraulik.
– Unterstützung von Unternehmen bei der Modernisierung der
   Konstruktion und Entwicklung, insbesondere Systematisierung
   der Arbeit, Auf- bzw. Ausbau der Versuchstechnik, Weiterentwicklung
   der bestehenden Produkte und Ausweitung des Produktspektrums.
– Durchführung von FEM-Analysen mit dem Ziel der Bauteiloptimierung. – Durchführung von Schallmessungen nach DIN 46535.

Prof. Dr.-Ing. D. G. Feldmann
Arbeitsbereich Konstruktionstechnik I
Denickestr. 17, 21 071 Hamburg
Tel.: (040) 42878 - 3031
www.tuhh.de/kt1

Meeresforschungstechnik - Innovative Lösungen zur Erforschung des "Blauen Kontinents"

Zum Projekt: es wurde vor drei Jahren begonnen und wird bis Ende 2000 abgeschlossen sein. Das Projekt hat zum Ziel, ein Testverfahren zu entwickeln und die Testmaschine zu konstruieren, die erforderlich sind, um die Schmierfähigkeit der unterschiedlichen Typen von Hydraulikflüssigkeiten zu untersuchen und Flüssigkeiten für die Anwendung zu qualifizieren. Das neue Verfahren soll existierende Prüfverfahren ersetzen bzw. ergänzen, bei erfolgreichem Abschluß des grundlagenorientierten Projekts ist mit der Normung des Verfahrens zu rechnen. Der Kern des Verfahrens wurde zum Patent angemeldet, der erteilte Prüfungsbescheid war positiv. Für die Projektbearbeitung wurden bisher Drittmittel in Höhe von DM 800.000,-- eingeworben, davon DM 580.000,-- Personalmittel für Wissenschaftler, Techniker und studentische Hilfskräfte und DM 220.000,-- für Sachmittel (Testeinrichtung).

Die Nutzung der Meere und ihrer Ressourcen ist Gegenstand menschlicher Tätigkeit seit alters her. Dabei zeigt sich immer wieder, daß das Wissen um diese Ressourcen wie auch um die marinen Wechselwirkungen gering ist. Auch ist offensichtlich, daß die marine Umwelt leicht verletzlich ist und sensibel auf jegliche Art von Beeinflussung reagiert. Diese Reaktionen sind in ihrer Komplexität vielfach noch unverstanden. Die derzeit vorliegenden Meßdaten sind häufig nicht hinreichend genau bzw. unvollständig, so daß z.B. die wissenschaftlichen Fragestellungen nicht sicher beantwortet werden können. Auch mit der Hilfe numerischer Simulationen mariner Prozesse ist kein entscheidender Fortschritt möglich, da deren Ergebnisse aus den gleichen Gründen ungeprüft bleiben müssen. Diese unbefriedigende Situation führte international zu der Initiierung globaler und regionaler Meßprogramme, mit denen versucht wird, diese Lücken zu schließen. Dabei ist man sich aber bewußt, daß viele der derzeit in der Meereskunde und den verwandten Wissenschaften eingesetzten Meßtechniken nicht in der Lage sind, Meßdaten in der für die Validierung der theoretischen Modelle notwendigen Dichte und Genauigkeit zu liefern.

Der technologische Standard der in der Meeresforschung eingesetzten Meßtechnik ist innerhalb der einzelnen Teildisziplinen sehr verschieden. So ist die Messung stationärer oder sich langsam ändernder Werte von physikalischen Parametern wie Temperatur, Druck, Strömungsgeschwindigkeiten, Leitfähigkeit etc., auch für die Tiefsee, technisch gelöst. Dagegen ist die Bestimmung chemischer oder vor allem biologischer Kenngrößen in der Meeresforschung technisch nicht immer gelöst. Schwierigkeiten bereitet allgemein die Messung schnell veränderlicher Prozesse unter den Bedingungen der Tiefsee. Die Fortschritte in der Satellitentechnik ermöglichen es heute, momentan und global Daten bestimmter Parameter (Temperatur, Wellenhöhen, Strömungen) von den oberflächennahen Zonen des Weltmeeres (bis ca. 200 m Wassertiefe) zu erhalten; mit größer werdender Wassertiefe nimmt die Datendichte aber exponentiell ab. Bei einer mittleren Tiefe des Weltmeeres von ca. 3700 m ist die Aussagekraft der dort nur spärlich vorliegenden Daten über die Details mariner Prozesse in den Meeren gering. Diese Situation führt weltweit zu einem Entwicklungsbedarf für tiefseetaugliche Sensoren, Meßgeräteträger und Experimentierplattformen sowie der entsprechenden logistischen Technik.

Die Schwierigkeiten bei der Entwicklung adäquater Tiefseemeß- und Experimentiertechnik sind zurückzuführen auf die komplizierten Umgebungsbedingungen (hoher Druck, chemisch aktive Medien, biologisch aktive Medien, geringe Reichweite von Licht und elektromagnetischen Wellen) und auch auf die hohen Anforderungen an das Auflösungsvermögen und die Genauigkeit der Sensortechnik, die über die üblichen industriell-technischen Standards hinausgehen und heute oft nur in der Labormeßtechnik anzutreffen sind. Aus physikalischen Gründen sind optische, elektromagnetische und thermische Fernmeßverfahren (großer Abstand zwischen Sensor und Meßpunkt) nicht anwendbar; einzig akustische Verfahren sind verwendbar (Echolote, akustische Strömungsmesser). Der Schwierigkeitsgrad bei der Entwicklung von moderner Tiefseemeßtechnik wird durch das Problem der Gewährleistung einer ausreichenden Energieversorgung für diese Technik erhöht. Es besteht dieNotwendigkeit, verbrauchseffiziente Meßverfahren und -techniken konsequent einzusetzen. Oftmals wird jedoch die Meßdauer zuungunsten der Datendichte erhöht.

Autarker Tiefendrifter
Unter diesen Randbedingungen wurde am Arbeitsbereich Meerestechnik 1 ein autarker Tiefendrifter als universelle, driftende Experimentierplattform und als Geräteträger für die Tiefsee (zunächst beschränkt auf maximal 1200 m) entwickelt (Abb. 1). Dieses System ist vor allem als Träger autarker Sensorsysteme mit dem Ziel konzipiert worden, durch eine intelligente Regelung des Auftriebs gewünschte Tiefenprofile mit einer Genauigkeit von ( 10 m einhalten zu können, bzw. auch definierte Sink- und Auftauchgeschwindigkeiten zu realisieren. Damit kann der Drifter innerhalb des Wasserkörpers exakt vertikal positioniert werden und mit den in dieser Tiefe vorkommenden Strömungen driften. Konzipiert ist auch eine bidirektionale Kommunikationsmöglichkeit via Satellit über das System ORBCOMMSM. Damit wird der Status des Systems zwischen den einzelnen Tauchgängen kontrolliert, und es können auch missionsabhängige Korrekturen der Programmsteuerung durchgeführt werden. Auf mehreren Tauchgängen im Atlantik (Leider ist „vor der Haustür” keine Tiefsee vorhanden!) wurde das System getestet. Mit dem Driftersystem werden folgende Parameter erreicht:

– maximale mittlere Sinkgeschwindigkeit: 0,163 ms-1
– maximale mittlere Auftauchgeschwindigkeit: - 0,2 ms-1
– maximale Auftauchgeschwindigkeit nach Ballastabwurf:
   - 0,463 ms-1
– regelbare Geschwindigkeit (Betrag): < 0,0005 ms-1
– Tiefengenauigkeit (in Abhängigkeit vom Regler): < ±10 m

Erreicht werden diese Parameter mit einem feinskalig dosierenden variablen Auftriebssystem in Form einer geschlossenen Ölhydraulik mit Speicher. Das Auftriebs- und Regelsystem ist derart ausgelegt, daß Massenveränderungen von bis zu 1 kg während des Einsatzes ohne Beschränkung der Leistungsparameter kompensiert werden können. Mit dieser Eigenschaft ist das entwickelte Driftersystem prädestiniert als Trägersystem von Sinkstoffallen, die zur Bestimmung des sinkenden Partikelflusses durch die ozeanische Wassersäule eingesetzt werden. Präzise Meßwerte des Partikelflusses sind für die Klärung und Modellierung der globalen Kreisläufe zu Nährstoffen und Kohlenstoff unabdingbar. Ebenso benötigen Klimamodelle die Kenntnis dieser Prozesse. Ein Einsatz des Driftersystems im Rahmen internationaler Forschungskooperation ist gegenwärtig in Vorbereitung.

Messung von Wandschubspannungen in der Meerestechnik - Heißfilmanemometrie
Neben der Normalkomponente des Spannungstensors (Druck) bestimmt dessen Tangentialkomponente (Wandschubspannung) die Charakteristik vieler Fluid-Struktur-Wechselwirkungen in der Meerestechnik. So ist dieser Parameter z.B. bestimmend für einen Hauptanteil des Schiffswiderstandes, für die Bodenerosion an Küsten und Bauwerken aber auch für die chemischen, biologischen und sedimentologischen Austauschprozesse an einer Wasser-Sediment-Grenzschicht. Die Messung der Wandschubspannung ist im Vergleich zu Druckmessungen bei meerestechnischen Anwendungen kompliziert und für viele Fälle noch nicht mit hinreichender Genauigkeit möglich. Von den derzeit verfügbaren Meßtechniken ist insbesondere die Heißfilmmeßtechnik zur zeitlich wie örtlich hochauflösenden Messung der Wandschubspannung geeignet. Dies gilt auch unter dem Aspekt der Einsatzmöglichkeit dieser Meßtechnik außerhalb von Labor und Versuchstank. Aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen in Fluiden ist ihre Anwendbarkeit bisher sehr eingeschränkt. Am Arbeitsbereich Meerestechnik 1 wurde, ausgehend von einer theoretisch begründeten Methode der Kompensation des Temperatureinflusses auf das Heißfilm-Meßsignal, eine digitale Wheatstonesche-Brückenschaltung mit temperaturdynamischer Kennlinienverschiebung entwickelt (Abb. 2) [HENSSE et al., 1997], die die entkoppelte Messung von Temperatur und Wandschubspannung ermöglicht. Der Dynamikbereich der Meßbrücke ist damit im Unterschied zu allen bisher bekannten Schaltungsvarianten temperaturunabhängig und konstant.

Die Temperatursensitivität konnte mit dieser Schaltung um zwei Größenordnungen gegenüber der üblich angewendeten, unkompensierten Heißfilmmeßtechnik verringert werden und liegt jetzt bei 1 mV/°C. Damit ist die Heißfilmtechnik zur Messung von Wandschubspannungen bei meerestechnischen Meßaufgaben anwendbar. Voraussetzung dabei ist, daß adäquate Kalibriertechniken zur Verfügung stehen. Die notwendigen Entwicklungen führten zu einer Kalibriertechnik, bei der die Turbulenzstatistik der verwendeten Kalibrierströmung und der zu untersuchenden Strömung identisch sein muß [JUNGLEWITZ et al., 1997]. Sowohl für schiffstechnische Anwendungen als auch für Meßaufgaben an der Wasser-Sediment-Grenzschicht ist diese Kalibriertechnik am Arbeitsbereich vorhanden.

Die Heißfilm-Meßtechnik wird innerhalb laufender Projekte zur Messung der Bodenschubspannung eingesetzt. Dies dient einerseits dazu, in-situ Meßwerte für die Steuerung von Respirationskammern zu erhalten, in denen im Labor innerhalb geschlossener Kreisläufe die biologisch-sedimentologisch-hydrodynamischen Wechselwirkungen in der benthischen Bodengrenzschicht untersucht werden können [GUST et al. 1997]. Gleichzeitig dienen diese Werte auch zur Steuerung von in-situ Tiefseerespirationskammern des Arbeitsbereiches, die schon bis 4800 m Wassertiefe eingesetzt wurden. Eine andere derzeitige Anwendung der Heißfilm-Technik ist die Untersuchung der hydrodynamischen Ursachen des „Freilegens” von Offshore-Pipelines („Scouring”) in der Nordsee. Mit der Heißfilm-Technik ist es möglich, die Bodenschubspannungen in der Umgebung von Pipelines zu messen und, kombiniert mit Meßwerten zu Strömung, Wellen und Sedimenteintrag in das Fluid, die hydrodynamischen Ursachen des Scouring aufzuklären. Diese Arbeit findet im Rahmen des Graduiertenkollegs „Meerestechnische Konstruktionen” und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie in Hamburg statt.

Literatur
Gust, G.; Müller, V.: „Interfacial hydrodynamics and entrainment functions of currently used erosion devices”, in Burt, N.; Parker, R.; Watts, J. (Eds.): „Cohesive Sediments, 4th Nearshore and Estuarine Cohesive Sediment Transport Conference INTERCOH „94, 11-15 July 1994, Wallingford, England”, pp. 149 -174, J. Wiley and Sons, N.Y., 1997

Henße, J; Müller, V; Gust, G: „Dynamic temperature compensation for hot film anemometry in turbulent flows - necessity and realisation”, in Xiong, S; Xijiu, S. (Hrsg): „Modern Techniques and Measurements in Fluid Flows”, pp. 212 - 217, Intern. Academic Publishers, Beijing, 1997

Junglewitz, A.; Müller, V.; Gust, G.: „Calibration of a Hot-Film Sensor for Application in Turbulent Ship Model Testing”, FEDSM97-3468, ASME, Vancouver, 1997

Prof. Dr. Giselher Gust
Arbeitsbereich Meerestechnik 1
Tel.: 040/42878-3048
www. tu-harburg.de/kt1/

Harburg 21 - Ein Bezirk macht sich fit für das nächste Millennium

Seit einem halben Jahr arbeitet ein Joint Venture zwischen der TUHH und dem Bezirk Harburg mit dem Ziel, Aktivitäten für die Zukunftsfähigkeit des Bezirks zu fokussieren.

Zukunftsfähig meint, den Strukturwandel - gekennzeichnet mit Begriffen wie Informationsgesellschaft, Globalisierung und/oder Biotechnologie - auf der örtlichen Ebene mitzugestalten und nachhaltige Perspektiven zu eröffnen statt nur vom Wandel betroffen zu sein. Im dazu eingerichteten „Harburg 21”-Büro, direkt neben der TU im Gesundheits- und Umweltamt angesiedelt als Anlauf- und Schnittstelle zwischen Kommunalpolitik und Verwaltung, Bürgern und nichtstaatlichen Organisationen, laufen viele Fäden zusammen:

– Die Harburger Bezirksversammlung hat zur Beförderung des „Agenda 21”-Prozesses eine Lenkungsgruppe eingesetzt, in der Vertreter aller demokratischen Parteien, der Bezirksamtsleiter, der Umwelt- und Gesundheitsdezernent, der Leiter des ZEWU (Zentrum für Energie-, Wasser und Umwelttechnik) und der „Agenda 21”-Beauftragte der TU vertreten sind.

– Diverse Initiativen und Projektgruppen zu Themen wie Energie, Verkehr oder Nord - Süd erarbeiten Vorschläge und Handlungskonzepte und erfordern organisatorische und inhaltliche Unterstützung.

– Statusveranstaltungen, die letzte am 1. Februar diesen Jahres unter dem Motto „Harburg 21 stellt sich vor” mit dem Umweltsenator Alexander Porschke als Referenten, werden organisiert. Hier wurde gleichzeitig die Posterausstellung „Harburg wird zukunftsfähig” eröffnet. Aktionen wie ein Kinder- und Sommerfest, vorgesehen für den 26. Juni, dienen der weiteren Kommunikation von „Harburg 21 - ein Bezirk wird zukunftsfähig”.

– In diesem Zusammenhang wird ein intensiver internationaler Austausch, vor allem mit Kommunen aus ganz Europa, die von den Harburger Konzepten partizipieren wollen oder Anregungen geben, gepflegt.

– Gemeinsame Vortragsveranstaltungen, z.B. zum Themenfeld „Nachhaltige Nutzung erneuerbarer und nicht erneuerbarer Ressurcen”, die an der TU stattfinden sollen, sind zu koordinieren.

– Angelaufen ist die Initiierung eines Leitbildes für „Harburg 21”, welches auf der Basis einer Chancen-Risiken-Analyse lebenswerte, ökonomisch erfolgreiche und ökologisch tragfähige Perspektiven anschaulich machen soll.

Nachhaltige Entwicklungshilfe
Die TUHH stellt gegenwärtig nicht nur das Personal des „Harburg 21”-Büros, sie unterstützt diese Aktivitäten und Prozesse vielfältig:

Als Teil der Aktivitäten ist das Forschungsprojekt „Planungssystem für eine nachhaltige Entwicklung” (PSSD) beim „Harburg 21”-Büro angesiedelt. Mit finnischen und dänischen Regionalverbänden und Forschungsinstituten arbeitet das Team „Nachhaltigkeit und Strukturwandel der TU Hamburg-Harburg” (AB 1-07) an diesem zunächst über zwei Jahre laufenden Projekt, welches ein Volumen von über 1,7 Mio Euro hat.

Ziel des PSSD-Projektes ist die Entwicklung eines Methodenbaukastens, der sozio-ökonomische und ökologische Aspekte zukunftsfähig in Planungen integriert und auf der Nutzung von Internet-Techniken und Geoinformationssystemen basiert. Dafür erarbeiten wir Indikatoren regionaler Nachhaltigkeit, mit denen die Wahrnehmung der Dynamik von Teilregionen methodisch unterstützt und die jeweiligen lokalen Entwicklungschancen und -risiken beschrieben werden können. Eingesetzt werden die Indikatoren in den unterschiedlich strukturierten Zielregionen in Deutschland, Dänemark und Finnland, um die Validität von Querschnitts- und Fachplanungen zu erhöhen.

Join the Venture
Die herausragende Bedeutung der TUHH selbst für den zukunftsfähigen Strukturwandel in Harburg kann durch entsprechende Aktivitäten im „Harburg 21 Joint Venture” noch besser wahrgenommen werden. Angefangen bei der attraktiven Gestaltung und Ausbau der Harburg 21-Homepage durch TU-Angehörige oder Initiierung und/oder Mitarbeit von Arbeitsgruppen bis hin zu neuartigen F+E-Projekten oder Kooperationen sind Beförderungen dieses einzigartigen Verbundes denkbar.

Telefonisch erreichbar ist das „Harburg 21”-Büro unter 040 / 42878-2456.

Prof. Dr. Jürgen Pietsch
Arbeitsbereich Städtebau III
Telefon 040-42878-3111

Kunststoffe nach Maß - Aus dem Baukasten der Kunststoffingenieure

Es war schon immer ein Ziel der Konstrukteure, für jeden Anwendungsfall sofort den optimalen Werkstoff bereit zu haben, ohne erst zeit- und kostenintensive Entwicklungen abwarten zu müssen. Betrachtet man die Vielzahl der Neuentwicklungen technischer Teile oder Gebrauchsgegenstände aus Kunststoffen, die pro Jahr neu auf den Markt kommen, so wird klar, daß nicht für jedes Produkt ein komplett neuer Kunststoff entwickelt werden kann.

Kunststoffe bestehen aus langen, kettenförmigen Molekülen mit entweder nur einer Art von Bausteinen oder einer Abfolge verschiedener Einheiten, vergleichbar z. B. mit der menschlichen DNA. Wesentliches Ziel der modernen Kunststoffchemie und -technik ist die Voraussage der Eigenschaften dieser Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten. Dies stellt eine große Herausforderung an die Wissenschaftler der Universitäten dar.

Neue Kunststoffe aus bekannten Bausteinen
Anorganische Füllstoffe (z.B. Glasfasern) verleihen Kunststoffen höhere Dimensionsstabilität und Steifigkeit oder werden zur Verbilligung teurer Kunststoffe beigemischt. Die Nachteile von Verstärkungsstoffen mit Abmessungen im Mikrometerbereich sind schlechte Oberflächengüte und hoher Abrieb an Verarbeitungswerkzeugen. Der mangelnde Glanz bisheriger verstärkter Kunststoffteile erfordert zusätzliche Lackierungsschritte, z.B. bei Anwendung als Kotflügel am PKW. Es besteht daher ein erhebliches Interesse an Verstärkungsstoffen mit Nanometerdimensionen.

Die Polymer Engineering Group im Arbeitsbereich Kunststoffe und Verbundwerkstoffe verfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Kunststofflabor der BASF AG zwei wesentliche Probleme – wie erzeugt man anorganische Verstärkungen im Nanometerbereich, und wie verbindet man diese mit den Kunststoffmolekülen? Eine Verstärkung durch Schichtsilikate (100 nm x 100 nm x 1 nm) ermöglicht verbesserte mechanische Eigenschaften und erhöht gleichzeitig die Diffusionswege für niedermolekulare Substanzen, was z.B. für luftdichte Verpackungen wichtig ist.

Zur Erreichung bestimmter Eigenschaftskombinationen liegt es nahe, eine Kunststoffmischung herzustellen. Da sich die meisten Kunststoffe nicht homogen mischen, ergibt sich eine grobe Phasenverteilung und eine schlechte Grenzflächenhaftung. Die Verknüpfung von verschiedenen Kettensegmenten zu sog. Blockcopolymeren führt zu Mikrophasen, die physikalisch verknüpft sind.

Eine Phasenseparation im Nanometerbereich führt zu faszinierenden Morphologien, die z.B. die Herstellung ultrafeiner Membranen oder flacher LED´s auf Kunststoffbasis ermöglichen. In der Arbeitsgruppe werden im Rahmen des SFB 371 „Mikromechanik mehrphasiger Werkstoffe” die Potentiale dieser Materialien untersucht.

Polymermischungen auf Basis bekannter Polymere
Dreiblockcopolymere können auch helfen, Kunststoffmischungen zu verbessern. Bei solchen Blends versucht man, die guten Eigenschaften der Komponenten zu kombinieren, um einen Werkstoff zu erhalten, der optimal auf das Anforderungsprofil abgestimmt ist. Die oftmals schlechten mechanischen Eigenschaften resultieren aus einer schwachen Phasenanbindung der meist nicht miteinander mischbaren Polymere.

Der neuartige Ansatz besteht darin, daß nicht nur die Endblöcke der Blockcopolymere mit jeweils einer Matrixkomponente mischbar sind, sondern zusätzlich ein elastomerer Mittelblock an der Phasengrenzfläche für eine Zähigkeitssteigerung der Materialien sorgt - und zwar besser als herkömmliche Additive.

 

Die Verbesserung der Zähigkeit ist nicht nur für thermoplastische Polymere – wie eben beschrieben – von Interesse, sondern auch bei duroplastischen Polymeren. Die Verbesserung der Zähigkeit neuartiger Epoxidharzsysteme, die mittels Metallorganokatalysatoren gehärtet werden, wird in Kooperation mit der DASA durchgeführt. Es gilt dabei, die Vorteile dieser Harzsysteme, wie z.B. schnelle Härtung und lange Lagerzeiten, beizubehalten und das Eigenschaftsprofil zu erweitern, um die hohen mechanischen Anforderungen der Luftfahrtindustrie zu erfüllen. Durch Kombination von Epoxidharzen mit Thermoplasten, die an den Molekülenden mit funktionellen Gruppen modifiziert sind, läßt sich durch chemische Bindung das Epoxidharz mit dem Thermoplast über die Phasengrenze verbinden. Dadurch lassen sich gezielt Eigenschaftsprofile einstellen.

Für Anwendungen mit hohen Materialanforderungen lassen sich nicht nur Epoxidharze, sondern auch Hochtemperaturthermoplaste wie PAEK (PolyArylEtherKeton) nutzen. Die Hochtemperaturthermoplaste (HT-Thermoplaste) weisen eine Reihe von ausgezeichneten Eigenschaften auf, wobei ihr sehr hoher Preis häufig einer Anwendung im Wege steht. Anwendungen sind derzeit nur vereinzelt in Bereichen wie der Medizintechnik und der Luftfahrt zu finden. Der hohe Materialpreis soll durch die Herstellung von Polymermischungen (Blends) auf der Basis von PAEK und einem zweiten HT-Thermoplasten - unter Beibehaltung des guten Eigenschaftsprofils von PAEK - reduziert werden. Damit können diese neuartigen HT-Blends weitere Anwendungsgebiete erschließen.

Die Reduzierung des Rohstoffpreises und die Erweiterung des Anwendungsgebietes spielen auch bei der Entwicklung von Materialien für die Verpackungsindustrie eine große Rolle. So gehen 15% der Versagensfälle bei Kunststoffen auf die medienbedingte Spannungsrißbildung zurück, was bei Lebensmittelverpackungen zum Verderben der Ware führen kann. Polystyrol ist ein Kunststoff, der unter Medieneinwirkung (z.B. Öl) zur Spannungsrißbildung neigt. Durch spezielle Prozeßführung an unseren Kunststoffverarbeitungsmaschinen gelang es, eine spannungsrißunempfindliche Minoritätsphase (Polyester) um eine spannungsrißempfindliche Majoritätsphase (Polystyrol) zu hüllen. Man erhält einen Werkstoff mit verbesserten Gasbarriereeigenschaften, der eine kostengünstige Anwendung als Verpackungsmaterial für fetthaltige Lebensmittel ermöglicht.

Bekannte Polymere in neuer Form
Bisher wurden Kombinationen bekannter Polymere mit unterschiedlichen Eigenschaften beschrieben. Auch die Überführung von bekannten Polymeren in eine andere neue Form führt zur Erschließung neuer Anwendungsgebiete. So ist jedem bekannt, daß Polystyrol in kompakter und in geschäumter Form (Styropor) unterschiedliche Anwendungen findet. Dies ist das Ziel des Projektes „Neue Polymerschäume” zwischen der Polymer Engineering Group und der DASA im Rahmen des neuen Programms „Leitlinie Luftfahrtforschung”. Diese Polymerschäume sollen sowohl als Kernwerkstoffe für Sandwichlaminate als auch zur thermischen und akustischen Isolation eingesetzt werden. Die Dichte spielt in Strukturanwendungen (z.B. Leitwerke von Flugzeugen) und auch bei Nicht-Strukturanwendungen (z.B.Isolation) eine entscheidende Rolle. Es gilt, die innere Struktur des Schaumes (s. Bild) gezielt einzustellen, um das gewünschte Anforderungsprofil zu erreichen.

Die Polymer Engineering Group im Arbeitsbereich Kunststoffe und Verbundwerkstoffe arbeitet in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie an der Weiterentwicklung der Einsatzmöglichkeiten von Kunststoffen. Hierbei steht eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Polymerchemikern, Physikern und Ingenieuren verschiedener Fachrichtungen im Vordergrund. Von der Synthese bis zum fertigen Bauteil werden alle Schritte mit modernsten wissenschaftlichen Methoden untersucht (s. Grafik).

Dipl.-Ing. Thorsten Kirschnick,
Dipl.-Ing. Michael Renner,
Prof. Dr.-Ing. Volker Altstädt
AB Kunststoffe und Verbundwerkstoffe
Tel.: 040/42878-3238
www.tuhh.de/kvweb/

Maritime Donnerbalken - Abwasseraufbereitung mit Bioreaktor und Ultrafiltration

Neuartiges Anlagensystem zur Abwasseraufbereitung auf Schiffen. Kombination von Bioreaktor und Ultrafiltration (Biofilt®).

Hintergrund
Auf Schiffen des Tourismus, im Frachtverkehr und im Fischereibetrieb fallen Abwässer zur Entsorgung an. Abwässer aus verschiedenen Quellen wie Kombüse, Duschen und Wäscherei werden als Grauwasser bezeichnet, während das Abwasser der Toiletten Schwarzwasser genannt wird. Bislang ist noch keine gesetzliche Verordnung in Kraft getreten, die die Verschmutzung durch in die Meere abgelassenes Schmutzwasser generell reglementiert. Allerdings sind ökologisch empfindliche Gewässer (wie z.B. die Antarktis) und einige Küstengebiete durch Verordnungen bereits geschützt. Im MARPOL-Abkommen von 1973/´78, (MARPOL=MARine POLlution) das eine Maßnahme der IMO (International Maritime Organisation) im Auftrage der UNO zum Zweck der Reinhaltung der Weltmeere ist, finden sich Aussagen zum Umgang mit Abfällen und Verschmutzungen, die an Bord eines Schiffes auftreten können. Die Regeln zur Verhütung der Ölverschmutzung (Anlage I) sind jedoch nicht zuletzt durch Kontrollen in den letzten zwanzig Jahren sehr wirksam gewesen. Bislang sind die Regeln zur Verhütung der Verschmutzung durch Schiffsabwasser (Anlage IV) noch nicht durchgesetzt worden.

Pilotanlage mit dem Bioreaktor im Vordergrund

Viele Länder bzw. deren Reeder sehen jedoch Tanks zur Speicherung von Abwässern an Bord ihrer Schiffe vor. Bis zum nächsten Hafen wird dieses Abwasser an Bord gesammelt und durch im Hafen vorhandene Auffanganlagen entsorgt. Sollte sich die Anlage IV des MARPOL-Abkommens mit Einigung der Länder durchsetzen, so wird es Pflicht sein, Auffanganlagen oder dementsprechende Entsorgungsmöglichkeiten wie bordeigene Kläranlagen zu schaffen.

Der Vorgang der Abwasserspeicherung an Bord benötigt im allgemeinen viel Platz und macht bei entsprechender Größe ein nicht zu vernachlässigendes Zusatzgewicht für das Schiff aus. Der Schwarzwasseranfall auf Schiffen beträgt etwa 15-20 l/Person*d, so daß zur Nutzung in der Schiffahrt eine Menge von ca. 50 m3/d maßgebend ist.

Soll dieses Abwasser sofort an Bord zur Einleitung in See- und Hafengewässer gereinigt werden, so wird eine biologische Abwasseraufbereitungsanlage mit möglichst geringem Anlagenvolumen benötigt. Dabei sind den Besonderheiten an Bord eines Schiffes Rechnung zu tragen. So muß die Anlage beispielsweise den Schwankungen seitlich von ±25° und vorne und hinten von jeweils 10° standhalten. Zudem sollte der Werkstoff nicht halogeniert sein. Das hier entwickelte System kombiniert einen Bioreaktor mit einem Membranverfahren, der Ultrafiltration, so daß das Abwasser hinreichend aufbereitet werden kann. Zur Anschaulichkeit werden die Membranverfahren und speziell die Ultrafiltration im folgenden kurz charakterisiert.

Membranverfahren
Die Membranverfahren erlangten zunehmend industrielle Bedeutung nachdem von Loeb und Sourirajan 1962 neue Membranen für die Meer- und Brackwasserentsalzung mittels Umkehrosmose vorgestellt wurden. Inzwischen sind Membranverfahren ebenfalls aus der Abwasseraufbereitung nicht mehr wegzudenken und sie finden fortwährend in immer mehr Gebiete Einzug.

Die Membran ist das zentrale Trennelement. Sie dient als Barriere, so daß manche Stoffe sie passieren, während andere zurückgehalten werden. Zur Realisierung des Prozesses erfolgt ein modularer Aufbau, wobei bei der Querstromfiltration oder auch Cross-Flow- Filtration ein zuführender Volumenstrom (Feed) in zwei Teilströme aufgeteilt wird, von denen sich einer bezüglich mindestens einer Komponente im System abkonzentriert (Permeat) und die Membran passiert, während sich im Ausgangsstrom zumindest diese Konzentration erhöht (Retentat oder Konzentrat).

Inzwischen sind Membranen für die verschiedensten Verfahren und Einsatzgebiete in unterschiedlichen Strukturen entwickelt worden. In der Natur dienen Membranen den Zellen, um lebenswichtige Stoffwechselvorgänge zu tätigen. Dies geschieht sowohl bei Einzellern als auch bei allen höheren Lebewesen. Daher ist einzusehen, daß die Stofftrennung mit Membranen auf rein physikalischem Wege erfolgt, ohne daß chemische, biologische oder thermische Veränderungen der Komponenten auftreten.

Nicht nur die Partikelspektren der abzutrennenden Stoffe, sondern auch die Gestalt der Moleküle und deren Wechselwirkungen mit der Membran sind für die Eignung eines Membranverfahrens von Bedeutung.

Die Ultrafiltration ist ein druckgetriebenes Membranverfahren, das bei etwa 1-10 bar transmembraner Druckdifferenz arbeitet und hauptsächlich zur Fraktionierung niedermolekularer, gelöster Stoffe und Makromoleküle dient.

Um Membranprozesse realisieren zu können, müssen die Membranen in einem Teilapparat, dem Modul, angeordnet sein. Für verschiedene Trennoperationen und unter Beachtung der jeweiligen Besonderheit des eingesetzten Prozesses eignen sich die Module in unterschiedlicher Weise. Neben geringen Druckverlusten, guter Reinigungsmöglichkeit und hoher Stabilität spielen gleichermaßen kostengünstige Fertigung und Membranwechsel sowie gleichmäßige Überströmung und große Packungsdichte eine tragende Rolle für die Modulauswahl.

Verfahrenstechnische Lösung
In einer Kooperationsarbeit der Firmen Rochem UF-Systeme, Bio-Energie-Consult (BEC) und dem Arbeitsbereich Apparatebau der TUHH wurde ein Gesamtkonzept zur Klärung von Abwasser an Bord von Schiffen entwickelt. Dieses umfaßt die Bereiche
     – Schwarzwasser
     – Waschwasser
     – Kombüsenabwasser und
     – Wäschereiabwasser.

Der Kern der Anlage besteht aus einem Bioreaktor, der mit einer nachfolgenden Ultrafiltration kombiniert wird. Diese Kombination wird mit dem Namen Biofilt® bezeichnet. In nebenstehender Abbildung ist die Pilotanlage mit dem Bioreaktor im Vordergrund gezeigt.

Da die Gesamtanlage an die Gegebenheiten an Bord eines Schiffes angepaßt werden muß, wurde diese in kompakter Bauweise entwickelt. Der Bioreaktor arbeitet nach dem Prinzip der Hochzelldichtefermentation, was bedeutet, daß wesentlich höhere Biomassekonzentrationen als in herkömmlichen Kläranlagen erreicht werden. Die hydraulische Verweilzeit des Systems wird klein gehalten, um bei minimalem Volumen des Reaktors eine entsprechende Menge an Abwasser klären zu können. Der Reaktor der Pilotanlage wird im Versuch mit künstlichem Abwasser versorgt. Die Zusammensetzung dieses Substrates wurde nach der auf Schiffen üblichen Abwassermischung konzipiert. Durch dieses Vorgehen wird es möglich gemacht, das Abwasser gezielt in der Zusammensetzung zu variieren und gegebenenfalls die Einflüsse auf den Bioreaktor zu beobachten. Weiterhin ist mit Hilfe des Steuerprogrammes LabView® der Pilotanlage eine Möglichkeit zur zeitabhängigen Zudosierung des Abwassers je nach Tageslast gegeben.

Im Anschluß trennt die Ultrafiltrationsanlage die Zellen und andere nach dem Abbau vorhandene höher molekulare Inhaltsstoffe des Abwassers ab und führt sie zum weiteren Abbau zurück in den Reaktor. Da für die Ultrafiltration relativ geringe Ströme durch den Reaktor hindurchgesetzt werden, ist ein um ein Vielfaches höherer Kreislaufstrom innerhalb des Ultrafiltrationsteils vorgesehen, der die für die Filtration nötigen Überströmungsgeschwindigkeiten bereitstellt und die Leistung der Membranmodule sichert. Innerhalb dieses Kreislaufstromes sind zwei Module seriell verschaltet. Die Membranmodule der Firma Rochem-UF sind Kassettenmodule deren Größe und damit auch die Membranfläche durch Kombination unterschiedlicher Mengen von Kassetten variiert werden kann. In jeder Kassette befinden sich die Membrankissen, die mit Hilfe von abdichtenden Platzhaltern im nötigen Abstand voneinander gehalten werden. Die Größe des Abstandes der Kissen kann ebenfalls angepaßt werden, so daß es mit Hilfe der Membranmodule möglich ist, für den jeweiligen Anwendungsfall die erforderliche Membranfläche zur Verfügung zu stellen und damit die Menge an gereinigtem Abwasser an den Zufluß ins System anzupassen. Die Kombination des Kreislaufstromes mit hoher Überströmung der Membran und der zusätzliche Einsatz einer automatisierten Rückspülvorrichtung gewährleisten, daß keine Reinigung der Membran mit Chemikalien notwendig wird und die Anlage im Dauerbetrieb wartungsfrei an Bord eines Schiffes betrieben werden kann.

Ergebnisse
Zunächst wurde die Pilotanlage zu einem kontinuierlichen Betrieb geführt und bis jetzt fünf Monate getestet. Bei einer Biomassekonzentration ausgedrückt durch den Trockensubstanzgehalt (TS) von 7 bzw. 7,5 g/l ergaben sich TOC-Werte für das gereinigte Abwasser (Permeat der Ultrafiltration) von etwa 20-40 mg/l. Um herauszufinden, bei welchem TS-Gehalt das Wachstum begrenzt wird, wurde kein Überschußschlamm mehr abgezogen. Danach stellte sich eine bis jetzt maximale Konzentration von etwa 28 g/l ein. Auch bei dieser Konzentration war die Reinigung des Abwassers sichergestellt, die TOC-Werte des gereinigten Wassers wurden wie zuvor beibehalten. Der Unterschied von ungereinigtem zu gereinigtem Abwasser ist in nebenstehender Abbildung dargestellt.

Die weitere Planung umfaßt den Aufbau einer neuen Anlage, die mit Abwasser aus einer kommunalen Kläranlage betrieben werden soll. Hiermit wird ein zusätzlicher Fortschritt in der Entwicklung des Gesamtkonzeptes gemacht. Die Anlage wird größer als die Technikumsanlage sein und im Aufbau noch modularisierter gestaltet werden. Es wird durch das Testen mit kommunalem Abwasser unter Beimengung von Wäschereiabwasser und dem Hinzufügen einer Vorfiltration eine gute Möglichkeit vorhanden sein, die an Bord von Schiffen zu installierenden Anlagenteile
      – mechanische Vorklärung / Vorfiltration
      – vollbiologisches Reaktionssystem
      – mechanische Nachklärung mit Hilfe der Ultrafiltration
angepaßt an die örtlichen Gegebenheiten in Betrieb zu nehmen. Durch die Möglichkeit zur Variation der Anlage aufgrund des modularen Aufbaus sowohl des Bioreaktors als auch der Ultrafiltration ist die vielversprechende Aussicht auf Einsetzbarkeit unter wechselnden Belastungen gegeben.

Dipl.-Ing. S. Guttau, Dr.-Ing. R. Günther
Arbeitsbereich Apparatebau
Tel.: 040/42878-3048
www.tuhh.de/apb/

Schneller Schnüffler - Flexibles Abgasanalysesystem entwickelt

Ein kompaktes, direkt aufzeichnendes Prozeß-Massenspektrometer ermöglicht Abgasmeßtechnik in Echtzeit.

In der Umweltmeßtechnik der TUHH werden vor Ort einsetzbare chemische Analysegeräte und Analyseverfahren entwickelt. Mit ihnen können Schadstoffe in der Umwelt, d.h. in Luft, Boden, Wasser und auf Oberflächen sowie Abgase von Prozessen schnell erfaßt werden. Erste Praxistauglichkeit erlangen die Prototypen im Einsatz und durch Weiterentwicklungen während unterschiedlichste Meßkampagnen. Ein Massenspektrometersystem wurde z.B. an die Anforderung der Störfallanalytik angepaßt und wird derzeit routinemäßig von deutschen Feuerwehren betrieben. Die Kombination mehrerer unterschiedlicher Sensoren in einem Sensoren-Array führte zu einem Gerät, das anschaulich als elektronische Nase beschrieben werden kann. Im Rahmen der Prozeßmeßtechnik wurden Membransonden zur Probenahme flüchtiger Stoffe aus wäßrigen Reaktormedien eingesetzt, und schließlich gelang es, ein neues, sehr kompaktes und schnelles Massenspektrometer zu realisieren. Es kann durch Video-Aufzeichnung der on-line auf einem Leuchtschirm erzeugten Massenspektren unmittelbar die Analysenergebnisse von Abgasen aus sehr schnellen Prozessen erfassen.

Für die Meßtechnik an schnellen chemischen Prozessen werden herkömmlich Detektoren eingesetzt, mit denen einzelne Substanzen oder Summensignale gemessen werden. Einen einfachen Analysator, der sehr schnelle Prozeßänderungen im Bereich von Millisekunden erfassen und gleichzeitig die im Gemisch auftretenden Stoffe erkennen kann, gibt es bisher nicht.

Ein sehr leistungsfähiger Detektor, mit dem Substanzen identifizierbar sind, ist das Massenspektrometer. Hier werden die Moleküle ionisiert, z.T. gespalten und die Fragmente nach einer Massentrennung bestimmt. Das ergibt die Massenspektren, die wie Fingerabdrücke sehr typisch für die einzelne chemische Verbindungen sind und daher eine sehr treffsichere Identifizierung erlauben. Üblicherweise wird das Spektrum, welches z.B. die Molekülfragmente im Bereich 1-200 atomarer Masseneinheiten umfaßt, durch kontinuierliche Veränderung des Massenfilters aufgezeichnet. Der Detektor hinter dem Filter zeichnet nacheinander die durchgelassenen, unterschiedlich schweren Ionen auf. Dieses Arbeitsweise braucht Zeit, so daß mit sog. scannenden Massenspektrometern typischerweise 4 Spektren pro Sekunde aufgenommen werden können. Bisher erlauben nur die sehr aufwendigen und daher teuren Laser-Flugzeitmassenspektrometer sehr kurze Aufnahmezeiten von einigen Millisekunden. Wir haben uns daher die Aufgabe gestellt, ein nicht-scannendes Massenspektrometer zu bauen, bei dem alle getrennten Massen gleichzeitig und dadurch sehr schnell aufgezeichnet werden. Außerdem sollte das Gerät sehr kompakt konstruiert werden um einen Einsatz direkt am Prozeß zu ermöglichen. Im Rahmen der Promotion von Herrn Dipl.-Ing. Liebram und mehrerer von ihm betreuten Studien- und Diplomarbeiten wurde dieses Gerät realisiert.


Das komplette Massenspektrometersystem, konstruiert als kompakte Einheit

Das für Massenspektrometer notwendige Hochvakuum wird durch eine sehr kleine Turbomolekularpumpe mit einer Membranpumpe als Vorpumpe erzeugt. Das Probengas gelangt durch eine sehr feine Kapillare in den Analysator und wird durch Elektronenstoß ionisiert. Der Ionenstrahl wird in einer elektrostatischen Linse fokussiert und schließlich werden die Ionen in einem Magnetfeld, entsprechend ihrer Masse, in unterschiedliche Flugbahnen aufgetrennt. Die Ionen treten als aufgefächerter Ionenstrahl aus dem Magnetfeld aus, werden dort mit einer Multichannelplate zu Elektronen gewandelt, verstärkt und anschließend auf einem Leuchtschirm als Lichtpunkte abgebildet. Das Leuchtschirmbild wird durch eine im Vakuumgefäß eingelassene Glasplatte von einer handelsüblichen Videokamera aufgezeichnet. Die Leuchtpunkte werden hinsichtlich ihrer Position (Massenbestimmung) und ihrer Leuchtkraft (Intensitätsangabe) in einem PC als Massenspektren ausgewertet. Die schnellste Messung eines kompletten Spektrums beträgt 20 Millisekunden bei einer Nachweisgrenze von 1 Pikogramm, z.B. für Benzol oder Toluol.

Das Gerät wurde zur direkten Detektion einzelner Komponenten im Kfz-Abgas eingesetzt. Durch kurze Gaspedalstöße wurde eine dynamische Änderung der Abgaszusammensetzung hervorgerufen, die mit einer zeitlichen Auflösung von 20 ms aufgezeichnet wurde. In der Vergrößerung sieht man die sehr schnellen Oszillationen von Sauerstoff und Kohlendioxid im Abgas, die bisher nicht erfaßbar waren, aber neue Hinweise auf den Ablauf des Verbrennungsvorgangs im Motor geben.

Durch Kombination des MS mit einem neuen, sehr schnellen Gaschromatographen lassen sich Gemische aus vielen Komponenten in Einzelkomponenten auftrennen. Aufgrund der sehr dünnen GC-Säule und extrem kurzer Injektionsdauer ergeben sich sog. GC-Peaks von weniger als 100 ms Dauer, die durch ca. 5 komplette Massenspektren zu messen sind. Im folgenden Bild ist für jeden der analysierten Stoffe eine charakteristische Masse als Spur dargestellt. Man erkennt, daß bei dieser sehr schnellen Analyse die Substanzen aus dem Gemisch sowohl sicher identifiziert als auch quantitativ bestimmt werden können.


Ausschnitt eines schnellen GC/MS-Laufes; die Geschwindigkeit des MS reicht aus, um 100 ms-Signale aufzuzeichnen.

Das entwickelte kompakte Schnellmassenspektrometer übertrifft die zeitliche Auflösung handelsüblicher Massenspektrometer um mindestens das Zehnfache. Bei geringer Leistungsaufnahme und einem Gewicht unter 20 kg ermöglicht es erstmals schnelle chemische Reaktionsabläufe mit geringem Aufwand direkt am Prozeß messen zu können. Als nächster Schritt ist geplant, dieses Meßsystem zu einem vermarktbaren Produkt weiter zu entwickeln und damit neue Meßaufgaben in der Industrie zu lösen.

Prof. Dr.-Ing. G. Matz,
Dr. W. Schröder,
Dipl.-Ing A. Liebram
Arbeitsbereich Elektrotechnik 1
Tel.: 040/42878-3031
www.tuhh.de/et1/

Lindwurm, Torte und Co. - Bauabschnitt 4A

Nach knapp drei Jahren Bauzeit ist zu Beginn des Sommersemesters der Vorlesungsbetrieb im neuen Audimax (700 Plätze) aufgenommen. Gleichzeitig wurde das neue Forschungs-und Verwaltungsgebäude bezogen.

Es war ein langer Weg: im Sommer 1996 hatte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg den weiteren Ausbau der TUHH – den sogenannten 4. Bauabschnitt – beschlossen. Diese Entscheidung war eine gute Nachricht, weil diese Entscheidung für Hamburg insgesamt, aber insbesondere für unseren Stadtteil Harburg ein weitreichender wirtschaftlicher Nutzen entstanden ist.


Grundsteinlegung im Mai 1997
(Hajen,l., und Trinks)

Entstanden ist ein Hörsaalgebäude mit zwei Hörsälen (700 und 144 Plätze) und acht Seminarräumen in verschiedenen Größen. Die Hauptnutzfläche beträgt 8.900 qm. Die Gesamtinvestitionskosten betragen voraussichtlich 84 Millionen DM. Finanziert wurde das Bauprojekt zu 50% aus Mitteln des Bundes und zu 50 % aus Landesmitteln. Die Realisierung lag in den Händen des Architekturbüros P + R, Dipl.-Ing. Arendt, Bochè und Krüger. Baubeginn war im Spätsommer 1996, Grundsteinlegung im Mai 1997 und Richtfeier im November 1997. (ih)

Zitat vom 5.5.97 aus der Rede von Senator Hajen:
„Es ist eine besondere Freunde für mich, hier zu Ihnen zu sprechen, denn diese Grundsteinlegung ist die konsequente Fortsetzung des zukunftsorientierten Entwicklungskonzepts für die TUHH, die ich in den letzten Jahren verfolgt habe.” und „Es ist nicht immer leicht, in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte Verständnis dafür zu bekommen, daß die TU weiter ausgebaut wird. Aber dies ist eine bewußte Entscheidung zugunsten der Zukunft Hamburgs. Wir brauchen wettbewerbsfähige Produkte und Technologien, um auch in Zukunft hochbezahlte Arbeitsplätze anbieten zu können. Forschung und Entwicklung ist dabei das notwendige Fundament. Die TU ist ein wichtiger Pfeiler, auf dem wir die Brücke ins nächste Jahrhundert bauen.”


Richtfest im November 1997
(Sager und Trinks)

Zitat vom 20.11.97 aus der Rede von Senatorin Sager:
„Die TUHH ist ein herausragendes Beispiel für die notwendige dynamische und realitätsbezogene Entwicklung einer Hochschule – sowohl was ihre thematische Schwerpunktsetzung anbelangt, wie auch hinsichtlich ihrer flexiblen Haushaltsführung. Was letzteres betrifft, ist gerade die beeindruckende Einwerbung von Drittmitteln durch die TU ein Beweis dafür, daß die Leistungen dieser Hochschule auch extern anerkannt werden.”

Berkeley - Diplomarbeit in Kalifornien gefällig?

Seit Herbst 1997 existiert ein Austauschprogramm zwischen der TUHH und dem Department of Mechanical Engineering der University of California at Berkeley (UCB). Diese Verbindung nutzten im vergangenen Jahr die Maschinenbaustudenten Henning Dechow und Karsten Mareck, gefördert von der Stiftung zur Förderung der TUHH. Das Kurzinterview gibt einige Eindrücke von ihrem 8 1/2 monatigem Auslandsaufenthalt wieder.

Spektrum: Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Diplomarbeit an der UCB zu schreiben?
Dechow: Während der Schulzeit absolvierte ich ein Jahr an einer High School im US-Bundesstaat Oregon, und dort kam in mir der Wunsch auf, irgendwann einmal an einer amerikanischen Universität zu studieren. Dieser Wunsch wurde dann Wirklichkeit im vergangenen Jahr.

Der Campus von Berkeley mit seinem Wahrzeichen

Spektrum: Wie lange hat es gedauert, bis sich für Sie eine Art „Alltagsleben” an der UCB eingestellt hat?
Mareck: Das hat wesentlich länger gedauert, als ich es mir vorgestellt hatte. Die ersten ein bis zwei Monate vergingen mit der Wohnungssuche, der Anschaffung eines Fahrrades und Autos. Auch an die allgemeine Arbeits- und Forschungsweise im Lab(oratory) sowie das Büchereisystem mußte ich mich erst einmal gewöhnen. Außerdem verging in den ersten Wochen viel Zeit damit, das mit dem Professor vereinbarte Thema der Diplomarbeit mit den anderen Lab-Mitgliedern abzustimmen.

Spektrum: Verlief Ihr Aufenthalt reibungslos?
Dechow: Nein. Das erste Problem ließ nicht lange auf sich warten, denn bereits kurz nach meiner Ankunft mußte ich feststellen, daß das Thema, welches ich mit dem dortigen Professor für meine Diplomarbeit abgesprochen hatte, bereits vergeben war. Darüber hinaus mußte ich feststellen, daß eine finanzielle Unterstützung durch meinen Professor zur Anschaffung von Werkzeugen und Werkstücken nicht möglich war. Somit mußte ich mich um die Organisation der benötigten Materialien selbst kümmern. Auf der anderen Seite war aber gerade die Überwindung dieser Schwierigkeiten besonders reizvoll und für mich ein Erfolgserlebnis.

Spektrum: Inwieweit wäre aus Ihrer Sicht die Bearbeitung Ihrer Diplomarbeit hier an der TUHH anders verlaufen?
Mareck: Prinzipiell kann man sagen, daß die Art und Weise der Bearbeitung an der TUHH komplett anders verlaufen wäre. Das liegt an drei Dingen: Die Amerikaner fertigen ihre Diplomarbeit über den Zeitraum des gesamten Hauptstudiums an, und die Professoren sind somit nicht mit einer zeitlichen Begrenzung auf vier Monate Bearbeitungszeit vertraut. Außerdem gibt es keine formulierten Projekte am Schwarzen Brett. Die Diplomarbeiten sind grundsätzlich Ideen der Studierenden selbst, und das gilt auch für Austauschstudierende, was für uns eher ungewohnt ist. Hinzu kommt, daß die Betreuung in Berkeley sehr viel freier gestaltet ist als in Harburg. Dadurch wird natürlich eine viel höhere Selbständigkeit der Studierenden gefordert.

Spektrum: Was für Voraussetzungen sollte ein Student mitbringen für einen Studienaufenthalt an der UCB aus Ihrer Sicht mitbringen?
Dechow: Bezüglich der Diplomarbeit ist es wichtig, daß der Student sich bereits im Vorfeld um einen betreuenden Professor an der TUHH bemüht. Dieser muß unbedingt dazu bereit sein, kurzfristige Änderungen in der Themenstellung zu akzeptieren und dem Studenten freie Hand zu lassen. Von der Persönlichkeit her muß eine ausreichende Portion Arbeitswilligkeit – eine 6-Tage-Woche ist normal, eine 7-Tage-Woche nicht die Seltenheit! – gegeben sein. Hinzu kommt die Bereitschaft, sich schnell in ein neues Arbeitsumfeld einzuarbeiten. Dafür ist es wiederum erforderlich, daß man kontaktfreudig und offen für neue Dinge und Kulturen ist, nicht zuletzt auch wegen der Botschafterfunktion, die man im Ausland automatisch mitzuerfüllen hat. In Berkeley ist das Campusleben sehr multikulturell.

Spektrum: Was ist Ihr nächstes Ziel?
Dechow: Seit dem 10. März bin ich in Stade mit der Seitenleitwerksfertigung für den Airbus im Bereich der Technologieplanung beschäftigt. Außerdem habe ich mir vorgenommen, meinen ersten Urlaub wieder in der „Bay Area” zu verbringen, da durch meinen Aufenthalt viele Freundschaften entstanden sind, die ich gerne pflegen möchte. Mareck: Auch bin in das Berufsleben eingetreten. Seit dem 1. April bin ich bei der Firma Bosch in Bamberg im Bereich der Qualitätssicherung beschäftigt. Gerade in den Bewerbungsgesprächen wurde mir wieder verdeutlicht, wie sehr sich der Aufenthalt in Berkeley gelohnt hat. (sk)

Pittsburgh, Philadelphia

P.C.´s von gestern und die digitale Informationswelt von heute

Pittsburgh, übersichtliche amerikanische Großstadt in Philadelphia und früher Stahlstadt mit der konzentriertesten Luftverschmutzung Amerikas, hat sich zu einer High-Tech-Metropole „mit urbanem Flair” gewandelt. Sie ist heute Vorzeige-Objekt für moderne Stadtentwicklung sowie drittgrößtes Forschungszentrum der USA, mit zwei großen Universitäten, der staatlichen University of Pittsburgh mit dem Wolkenkratzer „Cathedral of Learning” als Wahrzeichen und der privaten Carnegie Mellon University.

Anlaß meines Kurzbesuchs war die Conference on the History and Heritage of Science Information Systems (23.-25. Oktober 1998), die als erste Konferenz zur Geschichte wissenschaftlicher Information Wissenschafts- und Technikhistoriker, Informationswissenschaftler und Zeitzeugen („Pioneers”) zusammenführen sollte. Anwesend waren u.a. der Sohn von Watson Davis, dem Begründer des American Documentation Institutes, des Vorläufers der die Konferenz zusammen mit der Chemical Heritage Foundation veranstaltenden American Society for Information Science (ASIS) sowie Eugene Garfield, der Entwickler des Science Citation Index.

Marmorne Zweigstelle der "öffentlichen" Carnegie Library

Überblicke zur Chronology of Chemical Information Science, zur Entwicklung zur chemischen Sekundärliteratur und Geschichte der Chemical Abstracts unterstrichen, daß besonders Chemiker an der Entwicklung von Organisations-Instrumenten zur wissenschaftlicher Information beteiligt waren. Der wissenschaftliche Aufsatz bleibt von zentraler Bedeutung in seiner Funktion als Kommunikationsmedium aber auch als Standardisierungsmedium für die Konstruktion wissenschaftlicher Fakten. Der Berichterstatter zeigte, daß auch der deutsche Chemie-Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald zu den Pionieren im Bereich wissenschaftlicher Information zu rechnen ist. So gründete er 1911 in München ein „Institut für die Organisation der geistigen Arbeit”, die „Brücke”, das ähnlich wie das berühmtere Brüsseler Institut Internationale de Bibliographie von Paul Otlet und Henri LaFontaine versuchte, das Weltwissen der damaligen Zeit auf Karteikarten zusammenzufassen und zugänglich zu machen. Auch die mit dem World Wide Web häufig auftauchende Assoziation eines „World Brain” (H.G. Wells, 1937) läßt sich in seinen Wurzeln mindestens bis Ostwald zurück verfolgen.

Beiträge von Pionieren des „Information Retrieval” ließen noch einmal die Zeit der mechanischen Informationsmittel und ersten Rechner zum Leben erwachen. Mit den P.C.s (Punched Cards = Lochkarten) von gestern konnte man noch plastisch „die Bits laufen sehen”. Diese waren auch entsprechend teuer („ten dollar for one bit”).

Die anschließende Jahrestagung der ASIS befaßte sich mit der Gegenwart der globalen Informationswelt. Für den Wirtschafts-Nobelpreisträger und Mitbegründer von Künstlicher-Intelligenz- und Kognitionsforschung Herbert A. Simon ist das Hauptproblem der gerade stattfindenden Informationsrevolution („Do not process more information, but the right information.”) die Zukunft der menschlichen Arbeit in einer Welt, in der das meiste durch Computer geleistet werden kann. Dasjenige Werkzeug, das es ermöglicht, das Ziel einer ökologisch verträglichen Welt zu erreichen, sei Wissen. Der Wirtschaftswissenschaftler Hal R. Varian stellte fest, daß die digitale Revolution neues strategisches Denken aller auf den Informationsmärkten aktiven Institutionen und Firmen, also auch der Universitäten, erfordere. „Scientific expectations management” sei in Zukunft für alle Beteiligten notwendig, um im Wettbewerb bestehen zu können. In Beiträgen zur Wissensorganisation wurde auf die Tendenz zu einem mehr historisch-kulturellen und sozialen Verständnis von Wissen hingewiesen, zu einen neuen Verständnis von Information, einem neuen Blick auf Dokumente und ihre Rolle in der wissenschaftlichen Kommunikation sowie auf die Rolle von Information Professionals. Weitere Themen waren die graphisch-visuellen Informationsmedien und deren Retrieval, die multilinguale Recherche und die Auswirkungen der Internet-Technologie auf Forschung und Lehre.

Bibliotheken der Zukunft wurden als „dissipative Strukturen” beschrieben, die flexibel und schnell auf radikale Veränderungen und neue Anforderungen reagieren. Ein allen Bibliotheken unter den Nägeln brennendes Thema ist die Diskussion um die Zukunft der gedruckten Fachzeitschriften, die jährliche Preissteigerungsraten von bis zu 20 % aufweisen. Gewarnt wurde vor der falschen Erwartung, daß das elektronische Publizieren billiger werde. Das Problem der Archivierung elektronischer Dokumente ist noch ungelöst.

Abstecher zu Pittsburgher Universitäten boten mir einen ersten Einblick in amerikanische Bibliotheksverhältnisse. Das elektronische Angebot der beiden im Stadtteil Oakland liegenden Universitätsbibliotheken ist verglichen mit deutschen Verhältnissen groß. Die Carnegie Library of Pittsburgh als öffentliche Bibliothek ergänzt das Literaturangebot. Deren Zweigstelle in Downtown „The Library Center” mit marmornen Treppen und einer großen Bronze-Uhr an der Decke veranschaulicht die gelungene Umnutzung eines ehemaligen Einkaufszentrums und Bankgebäudes. Andrew Carnegie, wie Mellon Großindustrieller und großzügiger Stifter, war interessanterweise auch ein Mitglied der oben erwähnten von Ostwald gegründeten Brücke.

Thomas Hapke
Universitätsbibliothek
Pittsburgh Links im WWW unter http://www.tuhh.de/b/hapke/pitt.htm

Fordern und Fördern - Interview mit Christian Nedeß

Im Januar ist Professor Dr.-Ing. Christian Nedeß (55), Leiter des Arbeitsbereiches Fertigungstechnik I, vom Konzil der TUHH zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der Amtswechsel fand Ende März in einem feierlichen Rahmen in Anwesenheit von Wissenschaftssenatorin Krista Sager sowie Vertretern aus Hochschule, Wissenschaft und Politik statt.

"Was ich mir wünsche ist, daß unsere Studierenden noch mehr, als sie es schon jetzt tun, in der Mitgestaltung des universitären Lebens aktiv sind."

Prof. Dr.-Ing. Christian Nedeß, 1943 in Dresden geboren, studierte an der Universität Hannover Maschinenbau. Nach der Promotion 1975 war er in leitenden Funktionen in der Industrie tätig. 1982 wurde Prof. Nedeß als Leiter des Arbeitsbereiches Fertigungstechnik I an die noch junge und im Aufbau befindliche TUHH berufen. Von 1983 bis heute war und ist Prof. Nedeß in den Gremien der TUHH tätig, z.B. als Dekan für Maschinenbau, als Sprecher zweier Forschungsschwerpunkte und vor allem als Vizepräsident. Sein Interesse gilt aber auch den Kooperationspartnern der TUHH mit der Leitung im Vorstand und Aufsichtsrat. Seit Beginn des Jahres ist Prof. Nedeß Mitglied des Präsidiums des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI).

An der TUHH leitet Professor Nedeß den Arbeitsbereich Fertigungstechnik. Seine Forschungsgebiete sind die „Organisation der Produktion” sowie die „Technologie im Fertigungssystem”. Von besonderem Interesse im Bereich der „Neuen Fabrik” ist das Zusammenwirken von Menschen, Technik und Organisation.

Prof. Nedeß ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in der Nordheidestadt Buchholz.

Prof. Nedeß, wollten Sie schon immer Forscher, Wissenschaftler oder Präsident werden?
Eindeutige Antwort „Nein”. Bereits vor Abschluß meines Studiums hatte ich einen Industrievertrag unterschrieben. Das Angebot einer Assistentenstelle und die Möglichkeit zu promovieren hielten mich zunächst an der Universität fest. Danach erfolgte der Wechsel in die freie Wirtschaft ohne einen Blick zurück oder auch nach vorn in Richtung Universität. Einer Aufforderung folgend bewarb ich mich jedoch dennoch um eine Professur an der TU Hamburg-Harburg und nahm konsequenterweise den an mich ergangenen Ruf als neue Herausforderung an. Ich mache jedoch keinen Hehl daraus, daß mir die Entscheidung nicht leicht gefallen ist, da mir die Arbeit in der Industrie im wahrsten Sinne des Wortes viel Spaß gemacht hat. Meine Entscheidung, mich um das Präsidentenamt an der Technischen Universität Hamburg-Harburg zu bewerben, fiel im Sommer 1998. Noch Anfang des Jahres habe ich nicht im Traum daran gedacht.

Ihre Vorbilder in der Wissenschaft?
Die TUHH befand sich damals noch in der Gründungsphase, so daß sich die Frage nach Vorbildern diesbezüglich erübrigt. Aber auch sonst muß ich gestehen, daß Vorbilder in der Wissenschaft für mich nicht relevant waren. Dies hat nichts mit Hochmut zu tun, sondern einfach mit der Tatsache, daß man als Universitätprofessor in ungeheurer Freiheit Ideen und Ziele verwirklichen kann, wenn man diese hat und dieses will.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Zu dieser Frage fällt mir zunächst die Antwort ein „Sprechen Sie nicht über sich, das tun wir schon über Sie, wenn Sie nicht mehr dabei sind”. Tatsächlich sollte nicht ich, sondern die Kollegen der TUHH diese Frage beantworten. Ich würde mich freuen, wenn dabei als Ergebnis herauskäme, „…er hat Visionen, Ideen und Ziele und kann diese durchsetzen, er kann motivieren, integrieren und ein Bild der TUHH zeichnen, das Spitzenleistung als allgemeines Selbstverständnis darstellt.”

Welche Projekte oder Ziele wollen Sie an der TUHH umsetzen?
Eine umfassende Antwort dieser Frage würde sicherlich den Rahmen dieses Interviews sprengen. Lassen Sie mich daher nur einige wenige Punkte herausgreifen. Zunächst müssen wir es schaffen, junge Menschen für Technik zu begeistern und für ein Ingenieurstudium zu gewinnen. Ohne eben diesen jungen Menschen zu verschweigen, daß dieses Studium arbeitsintensiv ist und Leistungsbereitschaft voraussetzt. Die TUHH bietet mittlerweile ein Angebot, das national wie international jedem jungen Menschen alle möglichen Chancen eröffnet. Dennoch sollten wir an unserer Devise festhalten, daß kein System so gut ist, daß es nicht zu verbessern ist. Deshalb werde ich weiter dafür kämpfen, daß über die Vermittlung technischer Kompetenz hinaus die Elemente konzeptionelle Kompetenz, soziale Kompetenz und auch kulturelle Kompetenz weiterentwickelt werden. Fordern und Fördern werden wesentliche Strategieelemente meiner Arbeit sein, in die ich alle Gruppen und Individuen dieser Universität einschließe. Konkret möchte ich allen Mitarbeitern der TUHH die entscheidenden Elemente des Gründungskonzepts, nämlich die technisch-wissenschaftliche Kompetenz durch Spitzenleistung in Forschung und Lehre in der Region zu steigern, zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu sichern, neue Arbeitsplätze zu schaffen, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit Zukunft zu gestalten und qualifizierten Nachwuchs auszubilden, erneut vor Augen halten. Dazu sind vielfältige Einzelmaßnahmen notwendig, die wir gemeinsam angehen müssen und werden.

Wie wünschen Sie sich unsere Studierenden?
Wenn ich darauf antworte „lieb, brav und nett”, würde das den Hochschullehrer möglicherweise zufriedenstellen, nicht aber der Sache dienen. Was ich mir wünsche ist, daß unsere Studierenden noch mehr, als sie es schon jetzt tun, in der Mitgestaltung des universitären Lebens aktiv sind. Damit sind Verbesserungsvorschläge im Lehrangebot genauso angesprochen, wie Fragen nach einer besseren universitären Gemeinschaft im Sinne einer Campus-Universität. Ganz persönlich lassen Sie mich sagen, die Studierenden dürften deutlich kritischer, engagierter und treibender sein.

Wo hat der wissenschaftliche Nachwuchs die größten Chancen?
Die Antwort auf diese Frage ist beliebig schwer. Die Konjunktur folgt seit jeher Zyklen, wie sie beispielsweise als Schweinezyklen bezeichnet werden. Langfristig lassen sich daher keine Empfehlungen abgeben, die ein besonderes Fach herausheben. Dennoch möchte ich für Studieninteressenten zwei Empfehlungen abgeben, zunächst die eine, sich antizyklisch zu verhalten. Damit meine ich, wenn eine Branche durch negative Schlagzeilen von sich reden macht, durchaus die Zukunftsperspektiven zu sehen. Da in aller Regel auf Negativmeldungen einer Branche sich sofort die Studienanfängerzahlen in diesem Bereich drastisch verringern, folgt ein entsprechender Mangel genau in dieser Disziplin, wenn sie sich wieder im Aufschwung befindet. Man muß wissen, daß zwischen Studienanfang und -ende etwa fünf Jahre der Ausbildung liegen. Der andere Aspekt beruht auf meiner Grundüberzeugung, daß, wer Ingenieur werden will, Leistungsfähigkeit und Lei- stungsbereitschaft mitbringt und weiterhin bereit ist, die vorher von mir genannten Eigenschaften konzeptioneller und sozialer Kompetenz zu entwickeln, auch in Zukunft und relativ unabhängig von der Konjunktur einen sicheren und gut dotierten Arbeitsplatz haben wird.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Wenn ich das gerade auf meinen etwa zwei Wochen zurückliegenden Urlaub beziehen darf, der bei den bekannten Schneeverhältnissen in den Alpen mein Skierlebnis drastisch eingeschränkt hat, so ist es das Buch, das mir anläßlich der Verabschiedung unseres ehemaligen Kanzlers, Dr. Justus Woydt, von Prof. Sinn überreicht wurde und den Titel trägt „Mal ehrlich”. Dieses Buch hat mich in meiner bisherigen Arbeit bestätigt und wird auch in meiner neuen Aufgabe bestimmend sein, da ich hierin mein Führungskonzept, meine Führungsmethoden und -instrumente wiederfinde.

Was war bisher Ihr größter Erfolg?
Als ich den Ruf an die TUHH erhielt, war damit ein Auftrag verbunden, der an jeden neu berufenen Professor ergeht, ein Fachgebiet erfolgreich auf- und auszubauen. In der Fertigungstechnik ist das besonders schwierig, da hier erfolgreiche Kollegen mit Großinstituten, die bis vor wenigen Jahren an die Größe der gesamten TUHH heranreichten, die Erfüllung einer derartigen Aufgabe nahezu unmöglich machten. Daß es dennoch gelungen ist, mein Fachgebiet in Wissenschaft und Praxis zu etablieren, sehe ich als größten Erfolg für meine Mitarbeiter und mich. Im übrigen möchte ich aber auch diesbezüglich meine Enttäuschung, wie gute Anträge in einer vergleichenden Begutachtung abgeschmettert werden, nicht verhehlen.

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?
Die Antwort auf diese Frage fällt mir im Augenblick am leichtesten. Ich habe mich um das Amt des Präsidenten der TUHH beworben, ich bin mit großer Mehrheit gewählt worden, und daher sollte die Antwort auf diese Frage lauten: „Er hat einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, die TUHH auf ihrem Weg in die Spitzengruppe international anerkannter Universitäten zu begleiten”. Völlig klar muß sein, daß die Wahl in ein derartiges Amt nicht gleichbedeutend ist mit der Tatsache, daß der Präsident „Everybody”s Darling” sein kann. Spätestens mit der Unterzeichnung der Leistungsvereinbarung mit der Wissenschaftsbehörde sollte jedem Mitarbeiter der TUHH klar sein, daß seine persönliche Einsatzbereitschaft für unsere gemeinsame Aufgabe gefordert ist.

Was empfehlen Sie Schülerinnen und Schülern?
Interessieren Sie sich für Technik! Gehen Sie der Frage nach, was unser Leben heute wesentlich bestimmt! Dazu gehört neben Essen und Wohnen ebenso die medizinische Versorgung als auch die Möglichkeit, mit Auto, Bahn, Bus oder Flugzeug jeden beliebigen Punkt der Welt zu erreichen. Unser Lebensalter steigt ständig, unsere Flüsse werden zunehmend sauberer, der Benzinverbrauch der Autos sinkt, usw. Damit sind längst nicht alle Probleme der Zukunft gelöst, aber wir lösen sie mit Sicherheit nicht durch bloßes Diskutieren. Wir brauchen Schüler und Schülerinnen, die die Technik als das begreifen, was sie ist, nämlich die Disziplin, die zum Lebensstandard dieses Landes geführt hat und die in der Lage ist, Probleme der Zukunft zu lösen. Technik ist sicherlich nicht alles, was unser Leben ausmacht, aber ohne Technik würden wir in eine Entwicklung zurückfallen, die niemand in unserer Gesellschaft will. Auch wenn Konjunkturzyklen ein ständiges Auf und Ab am Arbeitsmarkt bedeuten, ist die Entscheidung für einen qualifizierten technischen Beruf eine relativ sichere Bank für die Zukunft. Erlauben Sie mir eine deutliche Aussage aus meiner persönlichen Erfahrung. Seit 1982 bin ich Professor an der TUHH. Ich behaupte, daß nahezu jeder meiner Absolventen – damit meine ich diejenigen Studenten, die bei mir am Ende ihres Studiums die Diplomarbeit geschrieben haben, und das sind nicht wenige – unabhängig von der konjunkturellen Lage einen qualifizierten Arbeitsplatz gefunden hat. Zusammengefaßt, wer bereit ist, zu arbeiten und Leistung zu erbringen, wem die Technik, in welcher Form auch immer, Spaß machen kann, wer Lust hat, selbst zu gestalten, zu entwickeln und in die Tat umzusetzen, der findet in den unterschiedlichsten Bereichen der Ingenieurwissenschaften ein hochinteressantes Betätigungsfeld.

Ihr Lebensmotto?
Tu’ das, was Dir beruflich Spaß macht, setze Dich dafür hundertprozentig ein, vergesse darüber nicht Dein soziales Engagement, Dein Wirken für die Gemeinschaft und Deine Hilfe denjenigen gegenüber, die diese brauchen und die Du geben kannst. Darüber hinaus: „Think positive, Think-Ing”! (ih)

Vizepräsident

Prof. Dr. Wolfgang Bauhofer (51), Leiter des Arbeitsbereiches „Materialien der Mikroelektronik” wurde zum neuen Vizepräsidenten der TUHH gewählt. Die zweijährige Amtszeit begann am 1. April 1999. Er löst damit Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller, Arbeitsbereich Halbleitertechnologie, ab.

Professor Bauhofer will intensiv das Interesse an den Ingenieurstudiengängen fördern und mehr junge Leute für ein Studium an der TUHH begeistern. Dabei sollen die Studienangebote und -bedingungen weiterentwickelt werden. Eine zusätzliche Aufgabe ist die Förderung des Northern Institute of Technology (NITHH), an dem er die Präsidentschaft übernehmen soll. Bundesweit arbeitet Professor Bauhofer an der Akkreditierung der auslandsorientierten Studiengänge der TUHH.

Professor Bauhofer ist 1947 in Linz/ Österreich geboren. Sein Physikstudium erfolgte in Kiel, Freiburg und Stuttgart. 1974 promovierte er in Stuttgart. Thema der Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung "Phononen in Mischkristallen". Nach einer Tätigkeit in der Industrie war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut in Stuttgart. Während dieser Zeit Auslandsaufenthalte in China und in den USA. 1988 erfolgte die Habilitation an der Universität Würzburg im Fachgebiet Experimentelle Physik.

1990 erfolgte der Ruf an die TUHH als Leiter des neuen Arbeitsbereichs "Materialien der Mikroelektronik". Die Entwicklung und Charakterisierung von neuen Materialien für Anwendungen in der Elektrotechnik und der Mikroelektronik gehört zu seinem Forschungsgebiet, insbesondere lumineszierende Materialien und elektrisch leitfähige Kunststoffe.

Professor Bauhofer ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in der Nordheidestadt Buchholz. (ih)

Polizeipräsident

Dr. Justus Woydt ist zum Ehrensenator der Technischen Universität Hamburg-Harburg ernannt worden. Einstimmig hat der Senat der TUHH der Verleihung der Ehrensenatorwürde um seine besonderen Verdienste um den Aufbau der TUHH zugestimmt.

Professor Dr. Hauke Trinks in seiner Laudatio: "Dr. Woydt hat als Leitender Verwaltungsbeamter den Aufbau der TUHH entscheidend vorangetrieben, unermüdlich Impulse für strukturelle Reformen auf allen Ebenen des Hochschulwesens gegeben und sich hohe Verdienste um die akademische Ausbildung der Ingenieurstudentinnen und -studenten im Fach Rechtswissenschaft erworben."

Nach Gründungsrektor Prof. Dr. rer. nat. Hans-Günter Danielmeyer und Prof. Dr. rer. nat Rainer Ansorge ist Dr. Justus Woydt der dritte Ehrensenator der TUHH.

Anlaß für die Ehrung war seine Verabschiedung von der TUHH. Dr. Woydt übernahm am 15. Januar 1999 das Amt des Polizeipräsidenten in Hamburg. (ih)

Vizepräsident

Prof. Dr.-Ing. Joachim Werther (56), Leiter des Arbeitsbereiches „Verfahrenstechnik I” wurde jetzt als weiterer Vizepräsident gewählt.

Der Präsident der TUHH, Prof. Dr.-Ing. Christian Nedeß, beabsichtigt, eine neue Leitungsstruktur einzuführen. Der bereits amtierende Vizepräsident, Professor Dr. Wolfgang Bauhofer, übernimmt alle Aufgaben für die Lehre; Professor Dr.-Ing. Joachim Werther übernimmt das Ressort Forschung. Professor Werther: „Die vermehrten Aufgaben der rasch wachsenden TUHH erfordern ein professionelles Aufgabenmanagement mit genau definierten Zuständigkeiten.”

Professor Werther ist 1942 in Bremerhaven geboren. Er hat Maschinenbau an der Universität Karlsruhe studiert, war in der keramischen Industrie und anschließend an der Universität Erlangen tätig. 1972 promovierte er in Erlangen über strömungsmechanische Vorgänge in Wirbelschichtreaktoren. 1976 folgte die Habilitation. Von 1977 bis 1980 war er bei der BASF AG in Ludwigshafen/Rhein zuständig für Verfahrensentwicklungen im Bereich der Gas/Feststoff-Reaktortechnik.

1979 erhielt Professor Werther den Ruf als einer der ersten 10 Professoren an die TUHH. Er befaßt sich in der Forschung mit Meßtechniken für Mehrphasenströmungen, mit der umweltfreundlichen Verbrennung von Abfallstoffen in Wirbelschichten und mit der Aufbereitung kontaminierter Böden. Aus seiner Arbeitsgruppe stammt die Entwicklung des METHA-Verfahrens, nach dem heute der Hamburger Hafenschlick behandelt wird. Er ist seit 1988 Sprecher des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiches 238 „Meßtechnik und Modellbildung für Mehrphasensysteme”.

Professor Werther ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in der Nordheidestadt Buchholz. (ih)

Wolfgang Krautschneider

Prof. Krautschneider hat im Januar den Arbeitsbereich Technische Elektronik als Nachfolger von Prof. Paul übernommen.

Prof. Krautschneider studierte Elektrotechnik an der TU Berlin. Er promovierte dort mit einem Thema zur Qualitätsanalyse von MOS-Bauelementen. Anschliessend ging er als Postdoctoral Fellow ins Zentrale Forschungsinstitut der IBM in Yorktown Heights, USA, wo er an Submikron-MOS-Transistoren arbeitete und dabei die dort entwickelte Strategie zur Strukturverkleinerung in der Mikroelektronik kennenlernte. Er wechselte dann zur Firma Siemens nach München zur Entwicklung von Megabit-Speicherchips. Mit dem 64Mbit-Projekt ging er wieder in die USA und führte die Zuverlässigkeitstest zur Vorbereitung der Produktqualifikation der 64M-DRAMs durch. Nach drei Jahren kehrte er ins Forschungslabor der Siemens AG in München zurück und entwickelte Konzepte für Gigabit-Speicher. Nebenbei hielt er Vorlesungen an der TU Berlin über Submikron-MOS-Bauelemente und habilitierte sich dort mit Arbeiten über innovative MOS-Bauelemente und Zuverlässigkeitsprobleme von hochintegrierten MOS-Schaltkreisen. Prof. Krautschneider hält in diesem Bereich 22 Patente.

In der Lehre wird Prof. Krautschneider den Praxisbezug in den Vordergrund stellen und zukünftige Entwicklungen der Mikroelektronik einbeziehen. In der Forschung sollen das Potential der kommenden Chip-Generationen sowie deren Probleme durch Simulationen und Experimente quantifiziert werden, um Strategien für optimale Lösungen zu entwickeln. (mw)

Hermann Rohling

Prof. Dr. Hermann Rohling hat am 1. April den Arbeitsbereich 4-05 Nachrichtentechnik übernommen

Prof. Rohling studierte an der Universität Stuttgart Mathematik mit den Nebenfächern Informatik und Betriebswirtschaft. Anschließend promovierte er an der Fakultät für Elektrotechnik der RWTH Aachen mit einem Thema aus dem Bereich der digitalen Signalverarbeitung. In den letzten 22 Jahren hat er sich ausschließlich mit Lehre und Forschung beschäftigt, davon elf Jahre im Industrieforschungsinstitut der AEG in Ulm und weitere elf Jahre an der Technischen Universität Carolo Wilhelmina zu Braunschweig. In dieser Zeit wirkte er am Aufbau von ingesamt fünf Forschungsbereichen, unter anderem „Radarsensoren für Automobilanwendungen”, „Satellitennavigation” und „Selbstorganisierende Datenfunknetze”.

Den kontrastreichen Wechsel von Deutschlands ältester Technischer Universität zur jungen und modernen TUHH hat Prof. Rohling zusammen mit seinem Arbeitsteam durchgeführt. Wissend, daß die Qualität einer Universität nur dann von der Leistungsfähigkeit der Lehrenden bestimmt wird, wenn die Studierenden den ernsthaften Willen zum erfolgreichen Studium haben, hofft er auf gute Zusammenarbeit bei der Verwirklichung vieler Vorhaben in Lehre und Forschung. Prof. Rohling ist verheiratet und hat drei Kinder. (mw)

Oskar Mahrenholtz

Professor Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. mult. Oskar Mahrenholtz (em.) erhielt aus der Hand des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Professor Dr. Roman Herzog, das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Der Orden wurde in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste am 15. Oktober 1998 in Bonn übergeben.

Professor Mahrenholtz war 14 Jahre (1982-96) Leiter des Arbeitsbereiches Meerestechnik II (Strukturmechanik) an der TUHH. Er war unter anderem Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1983-89), Mitglied im Wissenschaftsrat (1977-79), Gutachter zur Errichtung der TUHH (1974/75) und Mitglied im Gründungssenat der TUHH (1979-82).

Bereits 1990 erhielt Professor Mahrenholtz das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Professor Mahrenholtz wird der Wissenschaft erhalten bleiben – er wird weiterhin junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördern. Seine langjährigen Erfahrungen aus vielen Bereichen seiner Tätigkeit umschrieb der passionierte Hochseesegler anläßlich seiner Emeritierung im Jahr 1996 mit den Newtonschen Worten „Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean”. (ih)

Meldungen

Forschungsförderung I
Im Rahmen des Schwerpunktprogrammes „Fluidzerstäubung und Sprühvorgänge” fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, das Forschungsprojekt „Direkte numerische Simulation von Düseninnenströmungen und Turbulenzeffekten auf die freie Oberfläche des Strahles” im AB Fluiddynamik und Schiffstheorie (3-13).
Prof. Dr. Milovan Peric
Tel.: 040 / 42878-3114

Forschungsförderung II
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsvorhaben „Berechung von Körperumströmung und -bewegung unter Einfluß von Wellen” des AB Fluiddynamik und Schiffstheorie (3-13). Die Projektlaufzeit ist drei Jahre; die Mittel in Höhe von 436.000.--DM sind zur Bezahlung eines wissenschaftlichen Mitarbeiters, einer studentischen Hilfskraft und von Sachmitteln bestimmt.
Prof. Dr. Milovan Peric
Tel.: 040 / 42878-3114

Hamburger VDI-Preis für TUHH´ler
Der VDI Bezirksverein Hamburg e.V. hat Roland Hübner, Absolvent der TUHH, mit dem mit DM 3.000.-dotierten „Hamburger VDI-Preis” ausgezeichnet. Prämiert wurde die Diplomarbeit „Mikromechanische Modellierung des nichtlinearen Verhaltens von faserverstärkten Polymeren mit der Methode der Finiten-Elemente.
Prof. Dr.-Ing. Karl Schulte
Tel.: 040 / 42787-3138

Homines Academici
Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) hat Prof. Dr.-Ing. Dittmar Machule, Prof. Erika Spiegel, Prof. Dr.-Ing. Christian Fahrenholtz und Prof. Dr. Dieter Läpple zu Mitgliedern der Akademie berufen.

Klein, präzise, günstig
Im Arbeitsbereich Halbleitertechnologie (4-07) wurde ein optisches Mikrospektrometer entwickelt. Das nur ein mal ein Zentimeter große Spektrometer wird zur Analyse farbiger Flüssigkeiten eingesetzt, beispielsweise in der Qualitätskontrolle beim Lackieren oder bei der Herstellung von Zahnersatz. Das neue Gerät wurde mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, DFG, realisiert, und ein namhafter Hersteller optisch-medizinischer Geräte prüft gegenwärtig Anwendungsfelder des Spektrometers in der Medizintechnik.
Prof. Dr.-Ing. habil. J. Müller
Tel.: 040 / 42878-3029

Prämierte Idee
TU-Mitarbeiterin Brigitte Petsch (V131 Rechtsangelegenheiten und Wahlen), hat im Ideen-Wettbewerb „Usable” der Körber-Stiftung einen Flug nach New York gewonnen. Der transatlantische Ideenwettbewerb regt USA-Reisende an, nicht-kommerzielle Anregungen aus den Staaten nach Deutschland zu „importieren”. Frau Petsch wurde ausgezeichnet für ihren Beitrag zu TV- und Video-Untertiteln für Hörgeschädigte, welche in den USA für Sender und Gerätehersteller vorgeschrieben sind, in Deutschland jedoch bisher kaum zum Einsatz kommen.
Brigitte Petsch
Tel.: 040 / 42878—3297 www.usable.de

Stuijts Award für Professor Claussen
Die höchste Auszeichnung der Europäischen Keramik Gesellschaft (EcerS) ist der jährliche vergebene Stuijts Award. Der Preisträger 1999 ist Prof. Dr.-Ing. Nils Claussen (AB5-08); er wird als „Stuijts Lecturer” eine Ansprache beim 6. EcerS-Meeting am 22.Juni in London halten.
Prof. Dr.-Ing. Nils Claussen
Tel.: 040 / 42878-3237

Gast aus den USA
Prof. Dr. William Hillig vom Rensselaer Polytechnic Institute (US-Bundesstaat New York) hat im Rahmen des Humboldt-Forschungspreises für Naturwissenschaftler aus den USA einen sechsmonatigen Aufenthalt an einer deutschen Hochschule gewonnen und sich für die TUHH entschieden. Er wird im AB Technische Keramik (5-08) bei Prof. Dr.-Ing. Nils Claussen seinen Forschungsaufenthalt zum wissenschaftlichen Austausch zwischen den Instituten nutzen.
Prof. Dr.-Ing. Nils Claussen
Tel.: 040 / 42878-3237

Jahres-Stipendium der Rotary-Stiftung an TUHH-Studentin
Rotary International hat im Studienjahr 98/99 weltweit etwa 1300 einjährige Stipendien vergeben. Die Auswahl geschieht durch Rotary-Distrikte, von denen es weltweit 518 gibt. Aus der Höhe des Spendenaufkommens in jedem Rotary-Distrikt ergibt sich die Anzahl der Stipendienplätze, die der Distrikt besetzen kann. So sind für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin für 99/2000 fünf Stipendien vorgesehen.
     Antonia Ernst (22, Harburg/Berlin), Studentin der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) erhielt jetzt das begehrte Stipendium auf Vorschlag des Rotary-Club Winsen/Luhe. "Dies ist ein schöner Erfolg für unsere Studentin" kommentiert Prof. Dr. Hauke Trinks, Präsident der TUHH die Auswahl. Dr. Karl-Heinz Winterstein (Buchholz), Verantwortlicher für den Internationalen Dienst des Rotary-Clubs Winsen/Luhe: "Internationale Zusammenarbeit und Völkerverständigung ist ein Ziel dieser Stipendien. Persönliche Kontakte unter jungen Erwachsenen ermöglichen dies am ehesten".
     Antonia Ernst studiert im 5. Semester Bauingenieurwesen und Umwelttechnik. Mit dem Stipendium bewirbt sie sich um einen Studienplatz in den USA mit besonderem Interesse an Zusatzqualifikationen. „Ich möchte dort Managementkurse belegen, die mich beruflich zusätzlich qualifizieren”, erklärt die junge Studentin. Das Stipendium für einen einjährigen Studienauslandsaufenthalt beträgt rund 21.500 US $. Der Aufenthalt ist für Juli 99 bis Juni 2000 geplant. (ih)

Hochschulsport in Umzugsverwirrungen
Sportpioniere haben nach dem Umzug das neue Büro des Hochschulsports im 4. Bauabschnitt (Raum 1013) schon gefunden. Die Fitness-Sportlerinnen und Sportler müssen auf eine neue Heimstatt noch immer warten. Der Termin zum Abriß der Pavillons steht zwar schon fest, der zukünftige Sportraum für die Fitnessgeräte ist bislang aber noch ein Lager. Ohne einen Bodenbelag und die zugesicherte Lüftungsanlage kann dieses Lager auch kaum zum Sportraum umfunktioniert werden. Jetzt ist Eile geboten! Die sportbegeisterten TUHHler wollen den Fitnessraum weiter nutzen – ohne lange Umbaupausen. Auch wenn die TUHH gerade jetzt äußerst dynamisch ist, darf der Sport nicht auf der Strecke bleiben. Die begrenzten Möglichkeiten zum Sport dürfen nicht gefährdet werden. Das Präsidium der TUHH hat feste Zusagen gemacht, jetzt gilt es, sich möglichst rasch daran zu erinnern!
Karin Nentwig TUHH-Breitensportbüro
Tel.: 040 / 42878-2915

Starthilfe durch neues Tu-Tech Zentrum
Die TUHH Technologie GmbH hat einen weiteren Schritt im Bereich des Technologietransfers getan: Das TuTech-StarterZentrum im Harburger Binnenhafen, Nartenstraße 4a, wird durch kostengünstige Bereitstellung und Betreuung von Labor- und Büroraum wesentlich zu Unterstützung junger, aus der TUHH entstandener Unternehmen beitragen.
Info-Tel.: 040 / 766 180-0

Philips Vordiplom-Preis
Matthias Spode und Weiyi Chu heißen die Elektrotechnik-Studenten, die am Donnerstag, dem 4. Februar 1999, den mit insgesamt 8.000 DM dotierten „Philips-Vordiplom-Preis 1998” erhielten. Mit diesem 1987 zum ersten Mal verliehenen Preis sollen diejenigen Absolventen eines Vordiplom-Jahrganges in der Elektrotechnik ausgezeichnet werden, die nach kürzestmöglicher Studienzeit aus dieser Vorprüfung als die besten hervorgehen. Ein solcher Vordiplom-Preis wird von Philips außer an der TUHH auch an der Technischen Hochschule in Aachen, der TU Dresden und der Universität Hannover vergeben.

Frisches für die Studentenbude
Ein besonderes Angebot für Studierende mit geringem Einkommen bietet der Verein „Möbelhilfe Süderelbe e.V.” in Harburg, Buxtehuder Str. 9a. Auf 2.000 qm warten gute gebrauchte Möbel auf Abnehmer: Mobiliar für die Arbeit zu Hause und solches für die Freizeit - neben den gängigen Einrichtungsgegenständen findet sich so manches skurrile Schmuckstück.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 9.00 bis 16.00 Uhr.
Studentenausweis mitbringen.

Technogerma „99
Vom 1. bis 7. März fand in Jakarta die Technogerma statt, eine Leistungsschau der deutschen Wirtschaft. Unter dem Motto „German Hightech” präsentierte sich ein Querschnitt deutscher Unternehmen. Auch die Technische Universität Hamburg-Harburg und das Northern Institute of Technology waren vertreten. In der erstmalig in diesem Rahmen stattfindenden Sonderschau des DAAD „Study and Research in Germany” zeigten noch zehn weitere führende Hochschulen den Leistungsstand deutscher Universitäten und Fachhochschulen.
     Indonesien, nach der Bevölkerungszahl an vierter Stelle stehend, durchlebt seit mehr als 18 Monaten eine tiefgreifende Wirtschaftskrise. Gerade auch das indonesische Bildungswesen ist von dieser Krise betroffen. Obgleich einige Universitäten, wie etwa das „Institut Technologi Bandung”, noch einen guten Ruf besitzen, ist der durch die Wirtschaftskrise hervorgerufene Verfall schon sichtbar. Gerade in Ländern wie Indonesien ist eine gute Ausbildung der Studenten die Vorbedingung für eine längerfristige wirtschaftlich positive Entwicklung.
     Der Studienstandort Deutschland muß sich heute der aggressiven und erfolgreichen Werbung aus den USA und Australien stellen. Durch den Aufbau von international orientierten Studiengängen, die TUHH und das NIT sind hier bei den Ingenieurswissenschaften führend, wurden die ersten Schritte getan. Das Zusammenwirken von Forschung und Lehre ist ein weiterer Pluspunkt gegenüber anderen Hochschulsystemen. Um so wichtiger wird nun die Präsentation dieser Studiengänge auf dem internationalen Bildungsmarkt.
     Das Interesse indonesischer Schüler und Studenten an unseren Studiengängen (und an unserer Forschung) war sehr groß. Im Laufe dieser Woche wurden etwa 400 konkrete Studienberatungen durchgeführt. In einem vergleichbaren Umfang wurden die unsere Forschung repräsentierenden Exponate der Arbeitsbereiche „Telematik” (Prof. Vogt) und „Technische Informatik 2” (Prof. Lange) vorgestellt. Dank einer durchdachten Vorbereitung stellten die TUHH und das NIT einen besonderen Schwerpunkt der DAAD-Sonderschau dar. Allein schon vier auf der Messe abgegebene sollten eine Motivation für zukünftige Entwicklungen sein. (dk)

Frauenbeirat für die STEB berufen
Der siebenköpfige Frauenbeirat wird die Stadtentwicklungsbehörde dabei beraten, wie frauenspezifische Belange in der Planung berücksichtigt und gefördert werden können. Zu den Expertinnen aus verschiedenen Bereichen der Stadtentwicklung gehört auch Prof. Dr. Ingrid Breckner, Arbeitsbereich Stadt- und Regionalökonomie und -Soziologie (1-06).
Prof. Dr. Ingrid Breckner
Tel.: 040 / 42878-3010

DFTE
Die Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Krista Sager, wird den Deutschen Fakultätentag für Elektrotechnik am 6. Mai im Auditorium der DaimlerChrysler Aerospace Airburg GmbH in Hamburg-Finkenwerder eröffnen. Erwartet werden rund 80 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Vollversammlung des Falkultätentages findet am 7. Mai 1999 statt. Den Vorsitz hat Prof. Dr.-Ing. Otto Lange, AB Elektrotechnik.
Informationen: Prof. Dr. Ing Otto Lange
Tel.: 040-42878-3026

Neues Jugendorchester gibt sein Debüt an der TUHH Zur Feier des Präsidentenwechsels hat das neue Jugendorchester unter der Leitung von A.Cessak sein Debut gegeben – mit einer fröhlichen Einstimmung auf die Festreden, und sehr zur Freude der Zuhörer.      Das Orchester hat sich am Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) formiert und versteht sich als offenes Jugendorchester, an dem TU-Studenten und -Mitarbeiter teilnehmen können. Das FEG erreicht in seinem musikalischen Zweig ein gutes spielerisches Niveau. Für das neue Jugendorchester resultiert hieraus eine solide Basis und ausreichende Besetzung, um eine Vielzahl attraktiver Orchesterwerke anzugehen.      Das Jugendorchester probt wöchentlich im neuen Audimax. Ab Beginn des neuen Semesters laufen die Proben für den nächsten „Auftritt” das Orchesters anläßlich des Sommerfestes der TU. Alle Musikanten sind herzlich aufgefordert, mit ihren Instrumenten zu den Proben zu kommen (bitte Aushänge beachten). Als Programm für das Sommerfest ist „Finlandia” von J. Sibelius vorgesehen. Es soll versucht werden, die verschiedenen Instrumentengruppen sorgfältig einstudieren zu lassen, damit das Musizieren viel Spaß macht. Später wird das Programm im Rahmen des Möglichen der verfügbaren Besetzung angepaßt, damit sich alle, die Freude am gemeinsamen Musizieren haben, beteiligen können.      Liebe Musiker, fackelt nicht lange und macht mit! Wenn das Orchester Zulauf von engagierten Studenten erhält, eröffnen sich viele Möglichkeiten bis hin zu Orchesterfreizeiten und -reisen, und es kommen zusätzliche kulturelle Veranstaltungen an die TU und nach Harburg. A.Cessak leitet auch einen tollen Chor, genannt „Lux Eterna”, der noch gerne neue Mitglieder aufnimmt. Vielleicht ergibt sich damit sogar die Möglichkeit, Chorwerke mit Orchester aufzuführen. Informationen: F. Mayer-Lindenberg Tel.: 040-42878-3055

Termine

April bis Mai 99
Studieren in Hamburg

„Studieren in Hamburg” ist eine Veranstaltungsreihe verschiedener Hamburger Hochschulen und der Berufsberatung des Arbeitsamtes, die Abiturienten bei der Auswahl des geeigneten Studienganges helfen soll. In Kurzreferaten stellen Hamburger HochschullehrerInnen ihre Studiengänge vor, danach können Studierende über Studienalltag, Studienablauf und anderes befragt werden. Auch BerufsberaterInnen stehen zur Verfügung. Die Veranstaltungen sind nach Studienbereichen gegliedert.

Alle Veranstaltungen finden jeweils von 15.00 bis 17.30 Uhr im Berufsinformationszentrum (BIZ), Kurt-Schumacher-Allee 16, statt. Programmpunkte: Maschinenbau (8.4.´99); Wirtschaft (15.4.); Informatik (22.4.); Medien (29.4.); Natur & Technik (6.5.); Bauwesen (20.5.).

Ausführliche Programme erhalten Sie bei der Studienberatung der TUHH unter der Tel.-Nr. 040/428 78-2232 o. -2776.

 

23. April 99
Ingenieurwissenschaften und Schule

Vortragsreihe am Tag der offenen Tür „Ingenieurwissenschaften und Schule”

Auf dieser Veranstaltung soll mittels kurzer Vorträge die Bedeutung der einzelnen Schulfächer für die Ingenieurwissenschaften diskutiert werden. Weiterhin wird aufgezeigt, inwieweit ingenieurwissenschaftliche Studienrichtungen mit Unterrichtsthemen in Schulen korrespondieren und wie diese in den Unterricht mit einbezogen werden können. Im Anschluß an die Vorträge können Arbeitsbereiche besucht werden, an denen anhand aktueller Forschungsvorhaben die praktische Bedeutung unterschiedlicher Schulfächer demonstriert wird.

Ort: TUHH, Audimax, Denickestr. 22, 21073 Hamburg Zeit: 9.30 Uhr

 

26.-28. Mai 99
Internationaler Workshop SCCE II

Internationaler Workshop über Scientific Computing im Chemical Engineering

Der Sonderforschungsbereich 238 (Prozessnahe Messtechnik und systemdynamische Modellbildung für mehrphasige Systeme) an der TUHH organisiert in Zusammenarbeit mit der DECHEMA und Fachgruppen „Scientific Computing”, „Industriemathematik” und „Numerische Software” von DMV, GAMM und GI einen internationalen Workshop über Scientific Computing im Chemical Engineering.

Wie beim vorausgegangenen Workshop des Jahres 1995 soll versucht werden die Interaktionen zwischen Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Mathematikern und Informatikern in diesem Arbeitgebiet zu beleuchten. Namhafte Vertreter aller Richtungen haben ihre Teilnahme zugesagt.

Ort: TUHH Beginn: 26. Mai, 9.00 Uhr

 

Augsburger Wissenschaftspreis 2000

BEWERBUNGSSCHLUSS 30. September 1999

Generalthema: Interkulturelle Wirklichkeit in Deutschland – Fragen und Antworten auf dem Weg zur offenen Gesellschaft

Zum dritten Mal schreibt FILL (Forum Interkulturelles Leben und Lernen) in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg und der Stadt Augsburg einen Förderpreis aus. Der Preis ist gedacht für wissenschaftliche Arbeiten aller Fachrichtungen, die einen substantiellen Beitrag zum Generalthema „Interkulturelle Wirklichkeit in Deutschland: Fragen und Antworten auf dem Weg zur offenen Gesellschaft” leisten. Der Preis wird im Frühjahr 2000 verliehen und ist mit DM 10.000.- dotiert.

Bewerbungen sind über die jeweilige Universitätsleitung an das Rektoramt der Universität Augsburg, Universitätsstraße 2, 86159 Augsburg, zu richten.

 

14.-18. August 99
Optimierung von Kläranlagen

Die Fortbildung, die unter dem Leitthema „Optimierung von Kläranlagen” steht, gibt u.a. Einblicke in Themen wie: „Anforderungen an die Abwasserreinigungstechnik unter hydrobiologischen Aspekten”, „Umsetzung von EG- und nationalem Recht in Hamburg” und „Optimierung des Kläranlagenbetriebes durch dynamische Simulation”.

Ziel der Fortbildung ist es vor allem Angehörige von Behörden über Forschungsprojekte und den wissenschaftlichen Stand der aktuellen Abwasser-Reinigungsverfahren zu informieren.

Die Leitung haben Prof. Dr. Ivan Sekoulov und Prof. Dr. Uwe Neiss, die für weitere Informationen unter der Tel. 7718-3107 zu erreichen sind.

 

11.-15.Oktober 99
„Fluid Structure Interaction in Ocean Engineering”

EUROMECH Colloquium 398

Der AB Meerestechnik II - Mechanik der TUHH hat im letzten Jahr von der EUROMECH (European Mechanics Society) die Ausrichtung eines EUROMECH Colloquiums mit dem Thema „Fluid Structure Interaction in Ocean Engineering” übertragen bekommen. Dieses Colloquium wird in der Zeit vom 11. bis 15. Oktober 1999 an der TUHH stattfinden.

Erste Informationen kann man schon unter http://www.tuhh.de/euromech398 bekommen.