Unterkieferrekonstruktion

C. Rendenbach, L. Gerbig, M. Boehme, K. Sellenschloh, M.M. Morlock, G. Huber

Mikrochirurgisch anastomosierte osteokutane Transplantate sind der Goldstandard für die Rekonstruktion von kombinierten Knochen-Weichteildefekten, nach kontinuitäts-unterbrechender Unterkieferteilresektion.  Je nach Art und Größe des Defekts, wird das autologe Transplantat dabei segmentiert und anschließend mit Mini- oder segmentübergreifenden Rekonstruktionsplatten auf Titanbasis fixiert. 

Auf Grund der am Unterkiefer mit bis zu 1000N auftretenden Kaukräfte, können sich Probleme mit den verwendeten Osteosynthesesystemen ergeben: Materialversagen mit Schraubenlockerungen und Schrauben- und/oder Plattenbrüchen, ebenso wie Pseudarthrosen mit ausbleibender knöcherner Rehabilitation. Bei Tumorpatienten erschweren zudem die mitunter erheblichen titanbedingten Metallartefakte die postoperative Bildgebung, via CT und MRT, wie sie insbesondere in der Tumornachsorge von Bedeutung ist. 

Mit diesem Forschungsprojekt, einer Kooperation zwischen der TUHH und der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf, werden verschiedene verfügbare Osteosynthesesysteme zur Fixierung von ossären Transplantaten am Unterkiefer, hinsichtlich ihrer Belastbarkeit unter zyklisch steigender Dauerbelastung, untersucht. Neben Titan werden dabei auch Systeme auf Polylactid-, Magnesium- und Glasfaserbasis analysiert, um deren Materialeigenschaften auf einen möglichen Einsatz für die Unterkieferrekonstruktion zu überprüfen.