Sicherheit bei Keramikgleitpaarung

J. Gührs, M.M. Morlock, G. Huber

 

Keramische Gleitpaarungen werden häufig in der Hüftendoprothetik verwendet, um die langfristig negativen Auswirkungen von Metall- oder PE-Abriebpartikeln zu vermeiden. Was die bestehenden Sicherheitsbedenken betrifft, so ist Keramik ein sprödes Material und der seltene Fall eines Komponentenbruches bedeutet ein verheerendes Ereignis für den Patienten, da eine Revisionsoperation unumgänglich ist. Ziel dieser Studie ist es verschiedene Extremfälle, beim klinischen Umgang mit Implantaten und mit Bezug auf die Beanspruchung der Gelenkskomponenten im Patienten, zu untersuchen. Dadurch soll zukünftig die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Implantate erhöht werden. 

Laboruntersuchungen und Tests an Humanpräparaten werden als Grundlage für Simulationen benutzt, um Versagensmechanismen zu verstehen. Es werden mikroskopische Oberflächenanalysen sowie numerische und analytische Untersuchungen durchgeführt, um Rückschlüsse auf künftige Verbesserungen im Implantatdesign und im Umgang mit dem Implantat ableiten zu können.

Bisher haben Experimente unter Wiederbenutzung des Implantats und mit fehlerhafter Komponentenpaarung von Keramikköpfen gezeigt, dass Keramik eine sorgfältige Handhabung erfordert, die unbedingt mit den Richtlinien der Hersteller übereinstimmen muss. So kann frühzeitiges Versagen vermieden werden.

Publikationen:

Gührs J., Krull A., Witt F., Morlock M.M. (2015) The influence of stem taper re-use upon the failure load of ceramic heads. Med Eng Phys, 37:545–52